Dr. E.: Na, das wäre doch auch nicht so ein großes Unglück gewesen!

Hans: Aber es war ja eine ganz große! Und sie lief so schnell!

Dr. E.: War sie denn größer als du selbst? Ich meine, ein ordentlicher Junge soll sich vor nichts fürchten, am wenigsten vor einem so winzigen Tierchen, das er mit einem Finger zerdrücken kann.

Der Widerwille gegen Spinnen

Hans: Ach, Papa, die Spinnen sind doch zu garstig, die mag ja kein Mensch leiden!

Dr. E.: Höre mal, Hans: Wie du noch ein ganz kleiner Junge warst, daß du kaum laufen konntest, da hast du immer die Kakerlaken in der Küche gegriffen, und wie ich dir eine solche Spinne wie heute in die Hand gab, da hast du laut aufgejauchzt vor Freude über das hübsche Tier.

Hans: Ja, damals! Aber Doris sagt, sie wären giftig und brächten Unglück.

Dr. E.: Nun, da haben wir’s! Dacht’ ich mir doch, daß wieder so ein Kinderstubenklatsch dahinter stecke! Giftig sind unsere einheimischen Spinnen für den Menschen nicht, und Unglück können sie natürlich auch nicht bringen.

Kurt: Aber häßlich sind sie doch, Vater. Ich kann sie auch nicht leiden.

Dr. E.: Ob hübsch oder häßlich, das ist eine sehr schwierige Frage. Hübsch ist doch das, was zweckentsprechend erscheint, und von diesem Gesichtspunkt aus ist die Spinne ebenso wohlgebaut, wie irgendein anderes Tier oder wie wir selbst.