Kurt: Ja, Vater; es waren vorhin schon über zwei Grad Kälte. Sollten wir da nicht lieber unsere Blumen in die Wohnstube nehmen? Sie stehen noch alle im Balkonzimmer.

Dr. E.: Nein, Kurt, laß sie nur ruhig, wo sie sind. Bis zum Gefrierpunkt sinkt die Luft im Balkonzimmer nicht, und da ist es den Pflanzen besser, sie stehen kalt, als im geheizten Wohnzimmer.

Fritz: Du meinst wohl wegen des Leuchtgases und der schädlichen Ofenausdünstungen?

Dr. E.: Die kommen selbstverständlich mit in Betracht. Doch auch schon die Wärme an sich ist ihnen wenig zuträglich.

Fritz: Aber die Pflanzen brauchen doch Wärme zu ihrer Entwicklung!

Dr. E.: Das wohl; indes was im Sommer günstig und unentbehrlich ist, kann deshalb im Winter doch großen Schaden anrichten.

Fritz: Wie ist das zu verstehen, Vater?

Dr. E.: Das soll heißen, daß die Pflanze zum Wachsen nicht bloß Wärme, sondern auch Licht nötig hat. Letzteres ist aber im Winter nicht genügend vorhanden.

Fritz: Wenn das ist, so begreife ich wohl, daß die Wärme allein nichts nützt; aber warum sie nun noch obendrein schädlich sein soll —?

Bedeutung von Licht und Wärme für die Pflanze