Verbreitungsmittel der Samen und Früchte
Fritz: Das tut sie ja gar nicht immer! Manche Früchte und Samen haben doch ganz ordentliche Flugapparate, mit denen sie weit wegfliegen können.
Dr. E.: Mich wundert, Kurt, daß du nicht weißt, wie viele Pflanzen für ihre Wanderzeit den Wind benutzen, und wie ihre Früchte hierzu mit breiten Flugrändern oder mit Haaren ausgestattet sind.
Kurt: O, wenn du das meinst — da gibt’s ja den Ahorn und die Ulmen, deren Früchte so breite Ränder haben. Dann gehört auch wohl der gewöhnliche Löwenzahn[7] hierher, der zuletzt wie ein großer Puderkopf aussieht. Wir haben früher die Früchte immer abgepustet und gezählt, wie oft wir blasen mußten, um alle fortzukriegen.
Dr. E.: Siehst du? Man muß dir nur auf die Sprünge helfen. Du hättest neben vielen andern auch die Disteln nennen können, die ja durch ihre Fliegerei zur wahren Plage für den Landmann werden. Hat er mit vieler Mühe sein Feld von dem Distelunkraut gereinigt, so kommen die bösen Früchte aus allen Himmelsrichtungen aufs neue angeflogen, setzen sich fest und keimen munter empor, so daß er die Ausrottungsarbeit bald von neuem beginnen muß. — Aber haben denn die Früchte kein anderes Transportmittel als den Wind?
Kurt: O ja! Da sind noch die Insekten, die sie forttragen.
Dr. E.: Ei, ei, Kurt. Wir wollen nicht zwei ganz verschiedene Dinge durcheinanderwerfen! Die Insekten haben mit den Früchten kaum etwas zu tun. Du hast aber wohl mal gehört, daß sie den Blütenstaub von Blüte zu Blüte tragen.
Kurt: Ach ja, das meine ich; das habe ich verwechselt.
Fritz: Einige Pflanzen schleudern ihre Samen selbst fort, wie unsere Waldbalsamine; bei andern werden die Früchte durch die Vögel zerstreut.
Dr. E.: Und warum tun die Vögel das?