Fritz: Es handelt sich meistens um Beerenfrüchte, die ja eine saftige Schale haben, welche die Vögel fressen. Den bittern Kern, in dem das junge Pflänzchen liegt, lassen sie entweder fallen, oder derselbe ist, selbst wenn sie ihn mit verschlucken, doch so hart, daß sie ihn nicht verdauen können.

Dr. E.: Ganz recht. Wir können also sagen, die Vögel erhalten gewissermaßen ein Trinkgeld dafür, daß sie die Samen austragen, indem ihnen die überflüssig gewordene Fruchtschale überlassen wird. — Gibt es denn nun auch Pflanzen, die für die Beförderung ihrer Kinder keinen Lohn bezahlen, die sie, ich möchte sagen, als blinde Passagiere durch die Welt reisen lassen?

Fritz: Da meinst du wohl die Früchte, die sich an die Kleider und an das Fell der Tiere hängen und so mitgeschleppt werden?

Dr. E.: Gut, Fritz. Ich denke, auf unsern Streifereien im Herbst habt ihr gerade genug davon zu leiden gehabt.

Kurt: Ja, da waren die Kletten[8], das Labkraut[9] und vor allem der abscheuliche Zweizahn[10] mit seinen beiden Spitzen, den man gar nicht wieder los werden kann.

Dr. E.: Kannst du mir denn jetzt vielleicht sagen, Kurt, warum so viele Früchte sich öffnen, um ihre Samen herausfallen zu lassen, und warum unsere Geranienfrucht sich in fünf einsamige Teilstücke spaltet?

Kurt: Ja, nun kann ich’s mir denken. Sonst wäre es ja gerade, als wenn fünf Brüder in einem Hause Goldschmiede würden. Die Samen müssen nicht bloß von der Mutterpflanze fort, sondern auch voneinander getrennt werden.

Dr. E.: Sehr schön, mein Junge. Weißt du denn nun weiter, warum das junge Pflänzchen im Samen so ganz anders aussieht als später, wenn es gekeimt hat? Warum es also keine Würzelchen und Blätter hervorstreckt?

Kurt: Vielleicht ist es darum, weil diese beim Wandern zu leicht abbrechen würden.

Dr. E.: So dürfen wir wohl annehmen. Das junge Pflänzchen erscheint gewissermaßen in eine Kiste eingepackt und zum Verschicken zurecht gemacht. Jetzt bleiben nur noch die dicken, fleischigen Keimblätter zu erklären.