Fritz: O, das weiß ich auch. In diesen Blättern stecken die Baustoffe für die ersten Wurzeln, das Stämmchen und die ersten Blätter.

Pelargonienfrüchte. Bewegungserscheinungen der Pflanze

Dr. E.: So ist es recht. Und wenn wir unsern Vergleich mit der Wanderschaft weiterführen wollten, so würden wir sagen: Die Mutterpflanze hat dem Kindlein ein paar große Reisetaschen mit auf den Weg gegeben, in denen sich so viel Vorrat befindet, als das Kleine braucht, bis es auf eigenen Füßen steht, d. h. bis es hinreichend Würzelchen und Blätter getrieben hat, um sich selbst ernähren zu können. — Doch nun wollen wir uns unsere Storchschnabelfrüchte einmal näher betrachten. Seht ihr, da sind gerade welche, die sich von unten her ablösen lassen und nun bloß noch mit der Spitze an dem dünnen Stiel in der Mitte hängen.

Kurt: Ei, da sind ja an der Innenseite der Schnäbel lange Haare! Die können also auch fliegen?

Dr. E.: Das können sie. Und diese Härchen an den Schnäbeln lehren uns aufs neue, daß wir es mit einem Pelargonium zu tun haben. Die Geraniumarten haben keine solchen Haare als Flugapparat.

Fritz: Ach sieh nur, Vater, die Teilfrüchte haben sich ganz nach oben umgebogen und ihre Schnäbel fangen an, sich wie eine Spiralfeder einzurollen.

Dr. E.: Das ist ein Zeichen, daß die Luft im Zimmer verhältnismäßig trocken ist.

Fritz: Wieso denn?

Dr. E.: Die Schnäbel der Geranienfrüchte sind, wie man sagt, hygroskopisch, d. h. sie werden durch die Feuchtigkeit der Luft sichtbar beeinflußt. Ist die Luft sehr trocken, so rollt sich der Schnabel in dichten Spiralen auf, ist sie feucht, so streckt er sich wieder.

Fritz: Was hat denn das wohl für einen Zweck?