Dr. E.: Der Name für diesen Apparat ist „Seitenlinie“. Du irrst indessen, wenn du glaubst, daß sie und die Schwimmblase so ganz ausschließlich den Fischen zukomme. Ein ähnliches Organ wie die Seitenlinie, wenn auch anders gebaut, hat man bei den meisten Amphibien beobachtet. Die Schwimmblase aber ist ein Gebilde, das durch die ganze Wirbeltierreihe hindurch geht, und das man also vermutlich auch bei dir finden würde, wenn man dich auf den Seziertisch legte.
Kurt: O weh, Vater! Das wollen wir doch lieber nicht ausprobieren. Wo soll denn die Schwimmblase bei uns sitzen?
Dr. E.: Sie sitzt in der Brust, wird aber beim Menschen nicht mehr Schwimmblase genannt, sondern —? Nun, Fritz, zeige, was du kannst.
Fritz: Ich glaube einmal gehört zu haben, daß die Schwimmblase unserer Lunge entspräche. Wie man das aber beweisen will, ist mir unklar.
Dr. E.: Einen unanfechtbaren Beweis kann auch ich euch jetzt nicht gut liefern, da er sich vornehmlich auf die Entwicklungsgeschichte beider Organe stützen müßte, die für euch noch zu schwierig ist. Aber daß die Sache in hohem Maße wahrscheinlich ist, werdet ihr schon einsehen lernen. Habt ihr denn schon einmal eine Schwimmblase gesehen?
Kurt: Natürlich! Du meinst doch diese straffen, mit Luft gefüllten Blasen, die unsere Doris aus dem Karpfen herausholt, wenn sie ihn ausweidet, und die so knallen, wenn man drauf tritt.
Dr. E.: Ja, die meine ich. Und habt ihr sonst nichts an diesen Blasen bemerkt?
Fritz: Sie sind in der Mitte eingeschnürt und auf der Oberfläche verlaufen kleine rote Äderchen.
Dr. E.: Nun, das ist schon etwas. Die Hauptsache fehlt aber noch.
Hans: Und an der einen Seite sitzt ein dünner Faden!