Kurt: Ih, das will ich doch einmal versuchen. Aber wozu haben wir dann zwei besondere Organe für Geruch und Geschmack?

Dr. E.: Ein Unterschied zwischen beiden ist ja leicht aufzustellen. Die Zunge scheint vor allem befähigt, diejenigen Stoffe zu prüfen, welche in flüssiger Form mit den Nervenendigungen in Berührung kommen, während die Nase für die Erkennung gasförmiger Substanzen zu sorgen hat.

Fritz: Und das sollte bei den Fischen nicht ebenso sein?

Dr. E.: Das ist ja eben die heikle Geschichte! Wenn Gase sich im Wasser auflösen, so sind sie gar keine Gase mehr, sondern Flüssigkeiten. Es ist also nicht recht einzusehen, inwiefern die Nase der Fische etwas anderes leistet als die Zunge. Höchstens darf man vielleicht annehmen, daß die allgemeine Beschaffenheit des Wassers durch das Riechorgan, der eigenartige Geschmack der Nahrung hingegen durch die Zunge empfunden werde. Möglich ist es ja indes immerhin, wie neuerdings behauptet wird, daß unsere ganze bisherige Auffassung des Riechvorganges eine irrige ist, und daß es sich bei demselben nicht um die Ausbreitung gasförmiger Stoffe handelt, sondern um Wellenbewegungen, wie wir sie für die Verbreitung des Lichtes und des Schalles annehmen.

Hans: Viel Vergnügen wird der Fisch aber beim Essen wohl nicht haben, wenn er bei jedem Bissen immer so viel Wasser runterschlucken muß.

Dr. E.: Das sind alles Dinge, mein Hänschen, die sich schwer beurteilen lassen, weil wir uns nicht in die Lage eines Fisches versetzen können. Die Dichter sprechen ja viel von dem muntern, fröhlichen Fischlein, dem es so wohlig sei auf dem Grunde. Wir dürfen wohl annehmen, daß jedem Geschöpf gleich uns von der Mutter Natur sein reichlich Maß an Leid und Freude beschieden ist.

Achter Abend.

Fritz und Kurt sind allein, Hans ist zum Geburtstag, und der Vater noch durch Besuch verhindert.