Kurt: Du, Fritz, ich glaube, ich habe noch ein schönes Mineral im Hause entdeckt, an das Vater neulich gar nicht gedacht hat.

Fritz: Nun, und das wäre?

Steinkohlen. Zusammensetzung des Holzes

Kurt: Unsere Steinkohlen.

Fritz: Ach, das ist nichts; die brennen ja!

Kurt: Ich weiß doch nicht, warum Mineralien nicht auch brennen sollen. Der Schwefel brennt auch, und der ist doch gewiß ein Mineral.

Fritz: Wahrhaftig! Da hast du recht. Aber ich habe gehört, daß die Steinkohlen aus vorweltlichen Pflanzen entstanden sind; da können sie doch nicht zu den Steinen gehören.

Dr. E. (eintretend): Nun, worüber streiten sich die gelehrten Herren?

Fritz: Kurt meinte, die Steinkohlen seien auch Mineralien; ich habe ihm aber auseinandergesetzt, daß es die Reste ausgestorbener Pflanzen sind, die daher nicht zu den Steinen gerechnet werden können.

Dr. E.: Das ist allerdings eine recht schwierige Streitfrage. Aber möchtest du denn wirklich diese ungeheuren formlosen Kohlenmassen, die tief unter der Erde ruhen und bergmännisch gewonnen werden, noch heute als Pflanzen bezeichnen? Mir scheint, wir haben hier ein hübsches Beispiel dafür, daß alle unsere Einteilungsversuche der Naturkörper, und selbst die allerallgemeinste Einteilung in drei große Naturreiche, immerhin ihre Schwächen haben. Die Steinkohlen sind aus Pflanzen hervorgegangen, das unterliegt keinem Zweifel; in ihrer jetzigen Form aber nähern sie sich so sehr den Mineralien, daß wir gewiß keinen großen Fehler begehen, wenn wir sie diesen zurechnen.