»Du dauerst mich, Bimbaschi, daß du eine solche Trauer erleben mußt.«

»Welche Trauer?«

»Daß du einen Mann verurteilen mußt, den du so gut kennst wie deinen Bruder, ja wie dich selbst. Du bist sogar bei ihm in En-Nasar gewesen und weißt genau, daß er ein Mamur ist. Ich aber sage dir, daß auch ich ihn kenne. Er heißt Dawuhd Arafim, war Beamter des Großherrn in Persien, wurde aber abgesetzt und bekam sogar die Bastonnade.«

Jetzt erhob sich Abrahim vom Boden.

»Hund! – Sahbeth-Bei, dieser Mann hat den Verstand verloren!«

»Sahbeth-Bei, höre mich weiter, dann wird es sich zeigen, wessen Kopf besser ist und fester sitzt, der meine oder der seine!«

»Rede!«

»Dieses Weib hier ist eine Christin, eine freie Christin aus Karadagh[31]; er hat sie geraubt und mit Gewalt nach Ägypten entführt. Hier mein Freund ist ihr rechtmäßiger Verlobter, und darum ist er nach Ägypten gekommen und hat sie sich wiedergeholt. Du kennst uns, denn du hast unsere Legitimationen gelesen, ihn aber kennst du nicht. Er ist ein Frauenräuber und Betrüger. Laß dir seine Legitimation zeigen, oder ich gehe zum Khedive und sage, wie du Gerechtigkeit übst in dem Amte, welches er dir gegeben hat. Ich bin von dem Kapitän des Sandal des Mordversuches angeklagt. Frage diese Männer! Sie alle haben es gehört, daß ich ihm die Feder vom Tarbusch schießen wollte, und ich habe sie getroffen. Der, welcher sich einen Mamur nennt, aber hat im Ernste und in der Absicht, mich zu töten, auf mich geschossen. Ich klage ihn an. Nun entscheide!«

[31] Montenegro. – Beides heißt ebenso wie das slawische Czernagora »Schwarzer Berg«.

Der brave Mann befand sich natürlich in einer großen Verlegenheit. Er konnte doch seine Worte und Thaten nicht dementieren, fühlte aber sehr wohl, daß ich im Rechte sei, und so entschloß er sich, zu thun, was eben nur ein Ägypter zu thun vermag.