Es blieb eine Weile ruhig; dann hörte ich Schritte nahen, denen jenes leise Rauschen folgte, welches entsteht, wenn ein Teppich oder eine Matte auf den Boden gebreitet wird. Was war das? Jedenfalls hatte mein Wächter sich vorgenommen, vor meiner Thür die übrige Nacht zuzubringen. Nun war es aus mit meiner Hoffnung, denn wenn Halef ja noch kam, so – – – aber horch! Was war das? Es gehörte die ganze Schärfe meines Gehörs dazu, um zu bemerken, daß der Holzriegel an meiner Thür langsam, langsam zurückgeschoben wurde. Einige Sekunden nachher hörte ich einen harten Schlag – ein Geräusch, als wenn jemand vom Boden empor wolle und doch nicht könne – ein kurzes, ersticktes Stöhnen, und dann erklang es draußen halblaut:

»Sihdi, komm; ich habe ihn!«

Es war Halef.

»Wen?« fragte ich.

»Deinen Wächter.«

»Ich kann dir nicht helfen, die Hände sind mir gebunden.«

»Bist du an die Wand gebunden?«

»Nein; hinaus zu dir kann ich.«

»So komm, die Thür ist offen.«

Als ich hinaustrat, fühlte ich, daß der Araber unter krampfhaften Zuckungen am Boden lag. Halef kniete auf ihm und hatte ihm mit den Händen den Hals zugeschnürt.