»So habt ihr den richtigen Glauben. Darf ein Christ eine Jungfrau rauben?«

»Nein. Wenn er es thäte, so würde er eine schwere Strafe erhalten.«

»Siehst du, daß eure Religion besser ist, als unsere? Bei euch hätte Abu-Seïf mich nicht rauben und zwingen dürfen, sein Weib zu sein. Kennst du die Geschichte dieses Landes?«

»Ja.«

»So weißt du auch, wie die Türken und Ägypter gegen uns gewütet haben, trotzdem wir eines Glaubens sind. Sie haben unsere Mütter geschändet und unsere Väter zu Tausenden auf die Pfähle gespießt, gevierteilt, verbrannt, ihnen Arme und Beine, Nasen und Ohren abgeschnitten, die Augen ausgestochen, ihre Kinder zerschmettert oder zerrissen. Ich hasse diesen Glauben, aber ich muß ihn behalten.«

»Warum mußt du ihn behalten? Es steht dir zu jeder Zeit – –«

»Schweige,« unterbrach sie mich barsch. »Ich sage dir meine Gedanken, aber du sollst nicht mein Lehrer sein! Ich weiß selbst, was ich thue: ich werde mich rächen – rächen an allen, die mich beleidigt haben.«

»Und dennoch meinst du, daß die Religion der Liebe die richtige sei?«

»Ja; aber soll ich allein lieben und verzeihen? Sogar dafür, daß wir die heilige Stadt nicht betreten dürfen, werde ich mich rächen. Rate, wie?«

»Sage es!«