Die Beamten betraten die Wohnung und erklärten, daß sie eine Hausdurchsuchung abhalten müßten.

Man war einverstanden. Die Personalien der Anwesenden wurden festgestellt, und die Beamten fanden an dem Namen Vogel nichts Verdächtiges. Sie waren ahnungslos und fremd in die Wohnung des Löwen geraten.

Diese Ahnungslosigkeit der Beamten sollte das Verhängnis beider Teile werden.

Es war ein schwerer Fehler der leitenden Stellen der Polizei, daß sie ohne genügende Beobachtung Mannschaften, die den Charakter der Brüder Strauß nicht kannten, gegen diese vorsandten. Sie hätten eruieren müssen, wer diese Brüder Vogel sind. Und dann ausgewählte Beamte, wie das bei der eigentlichen Verhaftung dann auch geschah, auf Streife schicken sollen.

Das ganze Renkontre mit dem tragischen Ausgang ist auf diese Unachtsamkeit zurückzuführen. Es wäre unter den richtigen Voraussetzungen nie zu diesen blutigen Exzessen gekommen. Der Ruf des Beamten mußte den verwirrten Strauß, der doch sofort bemerkte, daß er einen durch seine Unkenntnis gefährlichen Gegner vor sich hatte, als die Drohung mit Schießen erscheinen, so daß psychologisch das Moment der Notwehr gegeben war.

So wurde er das Opfer polizeilicher Unvorsichtigkeit, geriet gewissermaßen in eine unfreiwillig gestellte Falle, der er nicht entrinnen konnte.

Wie man wirklich seiner habhaft werden konnte, ohne viel Aufhebens und vor allem ohne jeden Widerstand, bewies später der Kriminaloberwachtmeister Dettmann.

Die drei Kriminalbeamten begannen mit ihrer Arbeit. Fanden eigentlich nichts. Bis einer auf dem Ofen einen großen Packen Geldscheine liegen sah.

Emil entfernte sich, um eine Leiter zu holen. Erich hatte sich beim Eintritt der Beamten unbemerkt zurückgezogen.

Aber der Beamte behalf sich mit einem Stuhl, holte das Geld und setzte sich an den Tisch, um zu zählen. Zwischendurch fragte er Frau B. nach dem Ursprung einer so großen Summe, die sie als die Erbschaft von ihrem Vater erklärte. Diese Auskunft genügte nicht und er fragte, weshalb denn das Geld oben auf dem Ofen liege. Im allgemeinen pflege man doch einen solch hohen Betrag in der Bank oder an einem sichereren Ort zu verwahren.