Hier mischte sich Emil, der bis jetzt ganz ruhig, äußerlich zumindest, geblieben war, in die Unterhaltung und motivierte dieses Versteck, das nach seinem Dafürhalten durchaus sicher sei. Die Beamten durchsuchten nun weiter die Wohnung, und Emil zog sich einen Augenblick in eine kleine Kammer zurück. Seine Abwesenheit wurde aber von Erdmann bemerkt, der ihn fragte, was er da mache.

Da erscholl das Knacken eines Revolvers, der Beamte sprang auf und schrie: „Hände hoch!“

Niemals hatten die Brüder Strauß bis jetzt irgendeinen Angriff auf das Leben eines Menschen unternommen. Sie waren dafür bekannt, daß sie nie Waffen trugen. Woher kam diese plötzliche Wendung?

In der Verhandlung erzählte Emil etwa folgendes:

„Eines Tages erschien Erich mit zwei Revolvern und übergab sie mir für den Fall, daß wir bei einer unserer Klettertouren abstürzen sollten. Dann wollten wir uns erschießen, um nicht lange in Qualen sterben zu müssen oder als Krüppel herumzulaufen. Nie aber, und das machte ich ihm zur heiligsten Pflicht, darf auf einen Polizisten geschossen werden. Sei es wer immer!“

Diese beiden Revolver lagen ungeladen in der kleinen und finsteren Kammer versteckt.

In irgendeiner Assoziation, die wohl nur aus seiner alkoholisierten Stimmung, aus seinem Erlebnis mit der Frau zu erklären ist, vielleicht auch aus Verzweiflung und trüber Ahnung nahm Emil die eine Waffe und versuchte zu laden.

Dabei schnappte wohl der Hahn und der Ruf des Beamten schreckte ihn auf. Riß ihn in die entsetzliche Wirklichkeit zurück.

Er trat in die Stube und auf das Kommando: „Hände hoch!“ begann er zu schießen. Streckte den Wachtmeister Erdmann nieder. Die beiden andern Polizisten schossen ihrerseits zurück, und plötzlich tauchte auch Erich auf, der sich an dem Gefecht beteiligte und wie wild um sich knallte.

Entsetzt flüchteten die Gäste in wildem Tumult.