Wie Schläge fiel die Wahrheit über sie her:

Dezius ist seit zweihundert Jahren tot, alle Götter sind tot, alle Tempel und Altäre der Heiden zerstört.

Es gibt keine Heiden mehr. Die Heiden werden bekehrt oder verbrannt. Kaiser und Heer, das ganze Volk, alle sind Christen, vereint in der wahren Kirche Christi. Wenn Ihr also rechtgläubige Christen seid, so seid ohne Furcht.

„Euer Glaube, für den Ihr nicht mehr zu sterben braucht, beseelt uns alle. Niemand denkt daran, für diese Tatsache sich töten zu lassen oder in ihr etwas Erstaunliches zu sehen.

Aber erzählt, wie es Euch erging in Eurem Leben. Wie lebten die Menschen damals, wie starben sie?“

Und die Sieben bekannten ihren Glauben in aller Einfalt und Glut. Ihr Leben war ihnen, da sie den Sieg sahen, entschwunden und sie wußten nichts anderes zu berichten, als daß sich alle unterordneten in Liebe unter das erlebte Gebot Christi, daß Leben, Eigentum und irdische Ehre nichts galten im Hinblick auf die Ruhe des Herzens und Erfüllung der Liebe.

Aber es erhob sich von neuem und die nächsten Tage fort ein Fragen nach dem Wie und Wo, dem Aussehen und Gebaren der Menschen in ihren Tagen. Man bestaunte sie wie wilde Tiere trotz aller Scheu.

Die aber vermochten in ihrer Errettung nichts Sonderbares oder Unglaubliches mehr zu sehen. Wohl aber sahen sie viele Dinge in ihrem neuen Leben, die sie mit wachsender Trauer erfüllten, weil sie ihrem Verständnis fremd und ihrem Glauben tot, unlebendig erschienen.

Es war ihnen, als seien sie am Leben geblieben, um zu erfahren, daß die Welt gestorben sei.

Und sie äußerten laut ihre Mißbilligung und tadelten die hohen Herren der Kirche, die Beamten und Besitzer der Äcker und Häuser. Nach außen waren alle Christen, fromm hielten sie alle Gebote, die sich seltsam rasch vermehrt hatten. Ihre Herzen aber entbehrten alles fühlenden Wissens, aller Geduld, aller Wärme.