Wie ein Gewitter plötzlich den Unvorbereiteten in Einsamkeit überfällt. Nachdem er in Traum und Tag Jahre hindurch alle Sprüche, Wünsche, Verschwörungen vergeblich abgelebt, öffnete sich auf das Zeichen, geheimnisvoll seinem Finger entschlüpfend, der Berg Sesam.

Ihn enttäuschte fast, niederschmetterte diese Überraschung: Weder war es nötig gewesen eigenes Gewissen zu morden oder Warnungen von Vater, Mutter, Arzt und Priester zu betäuben, noch des Mädchens zu zerbrechen, ihre Natur zu zersetzen. Obwohl an ihrer Unschuld, ihrem Vorurteil nicht zu zweifeln war.

Aus Lust, Glut, Überkraft erstickte er alle Hemmungen, lösten sich alle Bildung, Geschichte, Erziehung in Atmosphäre überwältigter Liebe, der auch Dora alle Romantik willig unterwarf.

So hatte sich diese erste Nacht beiden ergeben mit der Selbstverständlichkeit einer Traumhandlung, deren Logik in Freiheit von jeder Form der Gesellschaft ruhte.

Diese Nacht ruhte die Ewigkeit. — Sie stand zwischen den Zeiten, zwischen allen Schicksalen, lautloses Intervall.

Befreit von den Menschen, gesprengt Ordnung, Gesetz, Gewalt der Eltern; es gab Sieger und Besiegte, klares Los.

Spielend gestalteten Hand und Mund mit gefährlicher Kühnheit alle Schwierigkeit, alle Eifersucht zu Bildern, ohne Bosheit heimlicher Angst seine Worte und Blicke klar einen Wald, in dem sie sich gerne verliefen.

Voll Glück verlor er Gewalt über Glieder und Gedanken, er zauberte jeden Augenblick als Vollendung des Genusses, eder das Ziel, hinter dem Abschied nichts Böses mehr enthielt.

Atemlose Stärke durchpulste ihn: Ich kann Böses tun, ich bin gütig.

So hatte er sich ihrer, die ihm schon gehörte, mit sanfter Schamlosigkeit bemächtigt, der in stummen Minuten, wenn Atem und Blick im Takt gingen, lächelndes Erstaunen den Ton eines Sommerspieles gab, das ein verstecktes Tuch oder ein Ball lustig bewegt.