Auch der junge Mann versank in ernstes Sinnen, und so hatten sie den Saum des Hölzchens erreicht, ohne daß weiter ein Wort zwischen ihnen gewechselt worden wäre.

Der Wagen lenkte in eine der Seitenalleen ein, welche das Wäldchen nach allen Richtungen hin durchkreuzen.

Es war in der düstersten und trübsten Jahreszeit, Ende November.

Ein leichter Schneefall hatte die Bäume des Waldes weiß gefärbt, graue Wolken bedeckten den Himmel, ein kalter Wind strich über die Erde. Dichte Schaaren von Krähen und Dohlen saßen stumm auf den entlaubten Zweigen und flogen mit mißtönendem Geschrei und schwerem Flügelschlag davon, wenn die Peitsche des Kutschers durch ihren Knall die Waldeinsamkeit und tiefe Stille unterbrach.

Fanny gehörte nicht zu den sentimentalen Naturen, deren Seele von dem trüben Eindruck eines melancholischen Landschaftsbildes in Schwermuth versenkt wird, aber dennoch fühlte sie allmälig eine gewisse Traurigkeit ihre dunklen Fittige über ihr Herz ausbreiten.

»Lassen Sie uns zur Stadt zurückkehren,« sprach sie zu dem Vicomte, »diese öde Stille, dieses Schweigen in der Natur macht mich traurig und verstimmt.«

Auf den Lippen des jungen Mannes erschien ein leichtes Lächeln.

»Das ist wohl noch eine Erinnerung an Deutschland, die Sie aus diesem nebligen Lande mit herüber gebracht haben in unser sonniges Frankreich, wo solche Tage wie der heutige zu den Ausnahmen gehören. In Deutschland sollen sich wenigstens die Dichter an grauen trüben Nebeltagen an Mondschein, Regenschauer und Nordwind begeistern.«

Fanny schüttelte verneinend das Haupt.

»Ich habe Nichts mit diesem Lande gemein, seine Sitten, Gewohnheiten und Ideen sind mir heute ebenso fremd wie an dem Tage, als ich es zum ersten Male betrat.«