Es lag so etwas Tiefernstes, Feierliches in der Art und Weise, mit welcher sie alles Dies sprach, daß der junge Vicomte, so leidenschaftlich er auch in Liebe und Verlangen aufglühte, doch in eine ernste Haltung zurückgescheucht wurde.

»Ich habe,« sprach er, »mit einem der besten Advocaten von Paris Rücksprache genommen. Es werden wenig Schwierigkeiten zu überwinden sein, da Ihr Beide protestantisch seid.«

»Aber das Kind, meine süße liebe Mimi,« unterbrach die junge Frau den Vicomte, »was war sein Urtheil darüber?«

Der Vicomte zögerte mit der Antwort.

»Bis zum fünften Jahre,« sprach er endlich, »würde es unbestritten der mütterlichen Obhut anvertraut werden müssen, von da an aber ...«

Er hielt stockend inne.

»Weiter, weiter, Edmund,« drängte Fanny, die ihm jedes Wort von den Lippen zu nehmen schien, »was sprach er über die fernere Zukunft?«

»Ueber die fernere Zukunft, meinte er, könne sich leicht eine Controverse entspinnen ... da Dennhardt kein französischer Staatsbürger, sondern ein Deutscher und als solcher ...«

»Genug, genug,« rief Fanny, ihn von Neuem unterbrechend, aus, »ich verstehe ... Vom fünften Jahre an wird er das Recht haben mir mein Kind zu rauben. Du siehst wohl, Edmund,« setzte sie traurig hinzu, »daß wir auf unser Glück verzichten müssen.«

»Fanny, Fanny, so leicht giebst Du mich auf?« rief der junge Mann mit schmerzlichem Ausdrucke, »ohne zu kämpfen, ohne zu wagen! Können wir nicht mit Deinem Kinde in den fernsten Winkel der Erde fliehen, wo uns der Arm jenes Mannes nicht erreichen kann, können wir nicht durch tausend Listen seine Nachforschungen und Verfolgungen vereiteln? Ich bin reich, Fanny, und Du weißt, daß das Geld heut zu Tage alle Hindernisse und alle Schwierigkeiten besiegen kann.«