Der Flurschütz ist für die Kinder in den französischen Dörfern dieselbe Popanzfigur, wie es der Polizeidiener unserer kleinen deutschen Städte für die liebe Gassenjugend ist.

Der rothe Streifen an der Mütze und am Kragen hat diesseits wie jenseits des Rheins dieselbe Wirkung: die Kinder flüchteten, als sie den Mann mit der Flinte über dem Rücken und den Stock drohend erhebend daher kommen sahen, nach links und rechts in die benachbarten Häuser.

Nur Mimi blieb mit ihrer Puppe im Arm ruhig in der Mitte der Straße stehen.

»Heda, Du kleiner Balg,« rief der Flurschütz mit einer drohenden Bewegung die Hand erhebend, »willst Du machen, daß Du fort kommst?«

Die Kleine rührte sich nicht, sondern blickte dem Mann mit ihren großen strahlenden Augen fest ins Gesicht.

»Nun, wird es werden?« schrie er erbost, »oder soll ich Dich fortprügeln?«

»Mein Papa hat gesagt, ich soll hier spielen, und was mein Papa gesagt hat, Das thue ich, und wenn Du mich prügelst, dann schießt Dich mein Papa mit seiner Flinte todt.«

Der Mann erschrack fast, als das kleine fünfjährige Mädchen ihm mit solcher Ruhe und Bestimmtheit vom Todtschießen sprach.

»Dein Papa?« brummte er, »und wer ist Dein Papa?«

»Die Leute nennen meinen Papa Herrn Dennhardt und ich bin Mimi Dennhardt.«