Aber bei der ersten Berührung stieß das Kind einen so heftigen, durchdringenden Schrei aus, daß Dennhardt zusammenzuckend des Arztes Hand faßte und sie krampfhaft drückte.
»Papa ... Papa ... der alte Mann sticht mich,« schrie das Kind mit verwirrter, ängstlicher Geberde und abwehrenden Händen, »jag' ihn fort, Papa ... jag' ihn fort ...«
»Seien Sie ein Mann,« flüsterte der Arzt dem Erbleichenden zu, auf dessen Stirn Angsttropfen perlten, »es ist Nichts ... ein kurzer, vorübergehender Schmerz ... die Gefahr, welche durch den Blutverlust entsteht, ist nicht gering.« Und wieder versuchte er mit dem kleinen Stift der Spule die Wunde zu berühren.
»Mein süßer ... süßer Papa,« schrie die Kleine auf, sich angstvoll in dem Bettchen emporschnellend und die Arme nach ihrem Vater, der zu Häupten des Bettes stand, ausbreitend, »der böse Mann ... der böse Mann ... jag' ihn fort ... jag' ihn fort, Papa.« Und sie schlang ihre Händchen mit entsetzten Blicken um ihres Papa's Nacken.
Das Blut aber rann immer noch in kleinen Strömen aus der Wunde.
»Barmherziger Gott, Doctor, giebt es kein anderes Mittel die Blutung zu stillen?«
»Versuchen Sie es selbst,« sprach der Doctor tief bewegt, »hier ... nehmen Sie den Stift ... touchiren Sie.«
Mit zitternder Hand nahm Dennhardt die Spule mit dem Höllensteinstift und flüsterte mit bebender Stimme dem zitternden Kinde zu:
»Es ist Nichts, meine kleine süße Mimi. Du wirst auch bald wieder gesund und dann gehen wir zusammen.« Und er berührte die Wunde.
»Papa ... Papa ... Du stichst mich. Ach ... Papa.«