Ja, diese Kühle! Wenn wir doch nur einen winzigen Teil von ihr hier unten in dieser Höllenglut hätten. Im Zelt bei Tage auch nur minutenlang zu verweilen, ist schier unmöglich; dort steigt das Thermometer hoch in die 40°, doch auch unter unserer Banda, dem schnell errichteten derben Strohdach, sitzen und schwitzen wir bei 36 und 37°. Dabei fehlt der sonst so gefürchtete Abendwind hier ganz; an seine Stelle ist, so scheint es, eine Legion von Moskitos getreten, gegen die man sich nur durch schleuniges Verkriechen hinter dem Bettnetz schon kurz nach Sonnenuntergang zu schützen vermag.
„Haben Sie sonst noch etwas auf dem Herzen?“ habe ich soeben den unermüdlichen Knudsen gefragt. „Ich meine, haben Sie sonst noch etwas ethnographisch Merkwürdiges in petto?“ füge ich hinzu, als der total Erschöpfte mich nicht sogleich begreift.
„Nicht daß ich wüßte“, ist die Antwort.
„Gut, dann werden wir noch heute marschieren, zunächst wieder bis zur Barasa von Nchichira, morgen früh aber um ¾5 von Nchichira nach Mahuta.“
„Machen wir“, sagt Herr Knudsen und trollt sich in sein Zelt, um den total durchnäßten Khakirock gegen eine bessere Garnitur einzutauschen.
Zur Negerkunst. Pulver-, Schnupf- und Medizinbüchsen vom Makondehochland (s. [S. 444]).
Achtzehntes Kapitel.
Die Meisterzeit.
Mahuta, 8. November 1906.
Das also ist der Nachtisch zu meinem Forschermahle! Nun, dieses Mahl ist nicht in allen seinen Teilen gleich schmackhaft gewesen, aber es hat doch eine lange Reihe von guten Gängen und vielen Leckerbissen gebracht, und das Dessert entspricht dem ganzen Charakter dieser vielmonatigen Schlemmerei: keinerlei Weiterbelastung des Magens, nein, ein durchaus angenehmer, einschmeichelnder, sachter Übergang zu der Dinerzigarre, dem Mokka und dem Verdauungsschnäpschen. So ist mir bisher Mahuta erschienen.