Ki kabowé komässó: Wakumbwa kabowé komässó.
Wir schießen, wir schießen mit den Augen; die Namuki schießen wir mit den Augen,
Die Wambunga schießen wir mit den Augen; die Namuki schießen wir mit den Augen,
Krach! Wir schießen mit den Augen; die Wamuera schießen wir mit den Augen;
Krach! Wir schießen mit den Augen; die Wakumbwa schießen wir mit den Augen.
Dem Inhalt dieses Liedes nach zu urteilen, müssen die Wanyamwesi gut deutsch gesinnt sein, denn sie ziehen der Reihe nach gegen alle aufständischen Völker des Südens zu Felde und zerschmettern sie. Die Namuki sind identisch mit den Majimaji, den Aufständischen von 1905/06. Das Vortragstempo ist ein rasendes Parlando, das eine Wiedergabe in Notenschrift unmöglich macht. Der Ausruf „ki“ bezeichnet nach der übereinstimmenden Schilderung Pesa mbilis und der Intelligenteren unter seinen Freunden den Ausdruck der Kraft, mit dem die Rugaruga, die Hilfskrieger, dem verwundeten Feinde den Schädel zerschmettern, und sei es selbst mit dem Stoß oder Schlag der eigenen Ferse. Mit Wucht stampfen die Sänger bei jedem „ki“ den Boden, daß er erzittert; fast glaubt man bei diesem „ki“ das Krachen der Schädel zu hören, so völlig vermögen sich selbst diese friedlichen Söhne des Nordens von Deutsch-Ostafrika in die Greuel des verflossenen Aufstandes hineinzuversetzen. Dieses Trutzlied ist nämlich sicher nicht eigene Komposition meiner Leute; es ist von andern Stammesgenossen übernommen worden, die im letzten Feldzuge Kriegsdienste als Rugaruga geleistet haben und sich nun beschäftigungslos in Lindi herumtreiben. Einige von ihnen habe ich für den Marsch nach Massassi noch als Träger mieten müssen; sie sind in ihrem ganzen Auftreten viel bestimmter, trotziger als meine sanften, großen Kinder von Daressalam, so daß ich froh sein werde, sie nach Erreichung des Zieles wieder loszuwerden. Von ihnen, denke ich, wird das Lied stammen.
Yao-Frauen von Mtua.
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GRÖSSERES BILD
Da ich nun einmal bei der Musik bin, will ich auch noch ein übriges tun und ein dem Inhalte nach dem vorigen eng verwandtes Marschlied der Sudanesensoldaten bringen, welches mir der Sol (Feldwebel) Achmed bar Schemba und ein paar Sektionen aus der dritten Schutztruppenkompagnie auf Befehl ihres Kompagnieführers, des trefflichen alten „Afrikaners“ Seyfried, in den Phonographentrichter sangen. Wie aus Erz gegossen, stand der kleine Sol vor der aufnahmebereiten Maschine; die braunen, hageren Krieger aber aus Dar For und den Nebenländern traten hinter ihm an wie auf dem Exerzierplatz: zweigliedrig, genau auf Vordermann. Es war nicht leicht, sie in die zweckentsprechende Keilform umzustellen. Das Lied lautet: