Wenn Sefu recht hat, und dem scheint doch wohl so, so sind diese Worte als mir in den Mund gelegt aufzufassen; entweder sind sie dann ein Ausfluß meines Edelmutes: ich will durchaus nicht stören; oder aber sie sind eine captatio benevolentiae: bleib ja ferne, Weißer, wir fürchten uns sonst.
Ganz geheuer scheint den Teilnehmerinnen trotz meiner diskreten Zurückhaltung überhaupt nicht zu sein, denn sie singen nunmehr bis zur Erschlaffung:
„Nidoba ho, nidoba ho.“
„Es ist schwer fürwahr, es ist schwer fürwahr.“ —
Große Pause.
Der zweite Hauptteil des Programms bringt zunächst die Wiederholung einer Partie von Teil I: noch tiefer in ihre grellbunten Tücher vermummt, so daß von Gesicht und Armen nichts zu sehen ist, treten zuvörderst die Festjungfrauen an, wie vorhin in Reihen rechtsum; an sie gliedert sich in derselben Anordnung die ganze andere Gesellschaft an. Jetzt setzt auch schon die über gewaltigem Feuer neugestimmte Kapelle von frischem ein, und wieder beginnt das Dauerlied: „Chihakatu cha Ruliwile“ usw.; wieder fliegen die Mittelpartien der Körper im Bauchtanz. Das dauert eine geschlagene halbe Stunde lang; dann löst sich die lange Reihe auf, die älteste der Lehrerinnen tritt frei vor die übrigen hin, setzt eine kritische Miene auf und harrt der Dinge, die da kommen sollen. Und es kommt. Wie ein schillernder Falter löst sich eins der bunten Zeugbündel aus der Masse heraus, tänzelt zierlich vor die Alte hin,
„nande äh äh, nande äh äh“,
setzt der Chorus ein, von dem Kleiderbündel aber sieht der höchst erstaunte Weiße nur noch Kopf- und Fußpartie in einiger Ruhe, alles, was dazwischenliegt, verschwimmt zu einem unerkennbaren Etwas. Erst ein keckes Nähertreten erläutert mir das: die Kleine „zittert“ mit ihrer Beckenpartie, sie wirft sie so schnell hin und her, daß tatsächlich keine Körperlinie zu verfolgen ist. Die eine tritt ab, die anderen folgen der Reihe nach; Lob und Tadel werden aus hohem Munde auf sie herabgesprochen. Was der Liedertext aber bedeutet, kann mir auch Sefu nicht sagen.
Tanz der Frauenmaske Njorowe in Newala.