Die Kirschblüte kam. Die unzähligen Bäume beschwebten sich weiß. Es flaggte drei Tage. Dann ging das flaumige Strahlen in einem wahnsinnigen Wind zum Teufel. Ich liebe diese Blüte nicht. Sie ist zu weich. Kennen Sie worpswedische Maler?

Nein, — ja, Schwester, was soll Ihnen Kunst, was soll Ihnen Bildnis?

O Nebensache, o Nebensache! Leben ist hundsföttisch mehr, ich weiß.

Nun ebenso schwach, so zag, ekelhaft überfein ist diese Blüte wie Zweige, gemalt von diesen Menschen, hypertrophierten Empfindungsdestillatoren des Seins. Leben ist breiter, saftiger, spritzender, Schwester: Weinernte am Rhein, Heringsfang in Holland, bürgerliches Schmausen im Elsaß . . .

Dann brachen alle Apfelbäume aus. Unten die Blüten ein wenig rot, oben kräftig weiß. Die Hügelkette war zum Platzen voll von ihnen. Manchmal standen sie wie Haine zusammen. Ich liebe sie.

Es roch, Schwester —“

Er warf das Gesicht zurück in einer wahnsinnigen Spannung: „Ich fürchte mich,“ flüsterte er.

Sie legte ihre Hand auf seine.

Aber er schüttelte sie ab: „Lassen Sie das —.“

Sie ließ es. Sie setzte sich näher zu ihm. Seine Stimme fing wieder an: