„Abends sanken Herden von Nachtigallen in die Bäume und verwüsteten die Nacht mit Süßigkeit.

Niemand weiß das, der es nicht sah: Sie werfen ihren Hals hoch, daß er plötzlich mit Gesang, der nicht Ton wurde, rasend gefüllt steht gleich einer runden Trommel, eine glühende Blase, größer schier als ihr Leib, an der sie wie an Montgolfieren in die weiche Unendlichkeit verschweben könnten — und dann werfen sie die stählerne Wärme der langen aufblitzenden Laute ergreifendsten Verzücktseins in die entzündete Dunkelheit.

Wir hatten einen blonden Kameraden aus Bornholm. Er wurde verrückt, als nach einem Gewitter aus einem nassen Fliederbusch ein Dutzend Nachtigallen plötzlich mit Gesang aufklirrend sein Gleichgewicht zu schwer erschütterten.

Ja, daß Schönheit tausendfach mehr tötet als Haß und Wut, Sie sollen es wissen. Was sage ich Ihnen, Schwester. Wo will ich hin . . . hören — hören Sie mich? . . .“

„Sie erzählen die Verzücktheit des Lebens . . .“ sagte die Schwester innig und bewegt.

„Ich erzähle die Verzücktheit des Lebens. Ja. O Rausch, o Sonne, o Ruhm, o Süßigkeit . . .“ Er stemmte die Fäuste im äußersten Schmerz und schwärmerisch gegen die Brust.

„An einem Abend kamen dreißig Damen, ein Fürst und viele Herren. Es hatte eine märchenhafte Art. Sie trugen seidige Kleider, Schwester, o von so feinen Firmen, die Sie nicht kennen. Und es gab wie Glas schimmernde Namen und schwermütige Profile.

Es gab Lampione.

Es gab Mond.

Unter den Apfelbäumen war eine Lichtung. Der Hügel schob sich leicht und schräg gegen den Horizont.