umglänzten Daisys ersten Tag. Der vierte Vaudreuil nahm die Hand des Bischofs, es sprühte in besinnungsloser Trauer ihm das Gefühl der Ehre. Chorknaben durchsangen die Räume, schwenkten das Rauchfaß. Abordnungen des Hudson neigten das Kinn gegen die Brust. Im Fensterglas spiegelte ein Segler, der mit halbgehißter Fahne vom Ontario kreuzte. Nach dem Essen legte Vaudreuil die feine hart gebogene Hand auf die des Bischofs: „Sie irren, Eminenz, ich setze sie im Garten bei.“

Er stand am Fenster, sah, ungerührt, bewegungslos den Bischof hinabgehn, die Turbine des Motors schäumte weg von ihm, warf ihm Blasen, Wellen zurück. Abends kam für Daisy eine eingeborene Nurse. In der Nacht verbrannte er seine Frau im Garten. Die Nurse senkte die Gardinen. In der Dämmerung erst ging Vaudreuil zurück ins Haus. Abends trat er in ihr Zimmer. Als er die leere Bettfülle sah, den faden Geruch spürte, begriff er erst.

Blieb die Nacht wieder draußen, baute mit vier Gärtnern eine Hütte über der Asche. Jeder Windstoß erregte ihn. Morgens ging Brise. Die Angst wuchs, die Asche werde verweht. Sie war das Letzte. Von Montreal brachte der Bote den Wagen mittags. Brown, anglikanischer Pastor, sprach Gebete. Früher wagte Vaudreuil nicht, die Asche zu sammeln, so schmerzlich seinem Herz, das ohne schlagende Dränge nur

Liebe kannte zu Respekt und Hergebrachtem, der Priester anderer Konfession war. Er trug die Vase selbst ins Zimmer, mit straffen Beinen. Dort fiel er zusammen, schlug die Arme auf den Tisch. Langsam, fest wuchs er in Stunden zurück, bis er senkrecht saß. Er würde weiter leben. Auferlegtes Werk weiter verwalten, dies Schicksal tragen, dieses und jenes, wie alles, das er, Erbe, trug. Doch ohne diese Frau, . . . er schloß die Augen.

Brown zog in die Familie ein. Vaudreuil band ihn an Haus, Besitz und Tätigkeit. Hätte ihn um sich gehalten, stänke er wie Aas, vergaß ihm das Gebet nicht. Nichts hätte dies zwischen ihnen herausgejagt. Doch Brown gewann nicht ganz Boden. Der Lebensschlag verwirrte ihn hier. Liebe aber wischte ihm das andere immer hinweg. Er sprach eckig, unfrei, seine Handgelenke, unter flatternden, fliehenden Manschetten, waren gerötet. Einmal erleichterte er sein Gewissen, schlug den Übertritt vor zu seiner Konfession, dies eine Mal gab Vaudreuil keine Antwort. Nichts war gesagt worden. Brown war es los.

Vaudreuil rief den Vorstand der achten Abteilung, zog aus den Akten ein Bündel, legte ein Papier auf: „Sie irrten.“ „Ich würde bedauern.“ Der junge Bursche trug den Fehler selbstbewußt.

„Sie haben zum zweitenmal geirrt.“

„Zu Ihrem Vorteil.“

„Das spielt keine Rolle. Das dritte Mal entlasse ich Sie, so sehr Ihr Eifer anerkannt wird.“ Er drehte sich um. Der Vorstand trat vor, bleich, einen Zahn in der Lippe. Vaudreuil nickte über die Schulter, der ging, errötete vor Freude. Die Ledertür fiel. Vaudreuil senkte sein Gesicht. Das Gehaltene verließ ihn, die Augen sahen durch die Papiere, Holz, Wand. Er ging in den Garten. Jeden Tag ward die Frist größer, die er blieb, die Intensität erschreckender, mit der er die Arbeit zusammendrängte, durchfuhr. Brown sprang ein, wagte es (was allein er konnte), legte die Hand auf seine Schulter, schlug einen Wechsel vor, des Wohnorts, der Luft. Vaudreuil schüttelte es ab. Generationen hatten hier gelebt. Er blieb. Brown deutete den Kiesweg runter, wo die Nurse das Kind heraufschob. „Es handelt sich nicht um Sie.“ Vaudreuil erblaßte etwas, er erkannte. Schwankte, ohne zu zeigen, was vorging, einige Tage. Dann entschloß er, ging aufs Ganze. Teilte; arrangierte die Übersiedlung zu den Ottava-Mühlen. Nachts schlief er am Lorenz, war sein Plan. Morgens fuhr er im Auto zum anderen Stromhaus, abends wieder zurück. Er hielt auseinander. Da starb die Frau. Dort lag sein Werk. So hielt er Gleichgewicht, indem er nicht mischte.

Brown nickte in der Sitzung: „Sie bleiben auf eignem Boden.“ Der Vorsteher der Büros zog zwei