im Licht, wie Drähte gespannt, die wogten, durch die von Astlilien Kopfweh heruntersank und ein grausames Süßes, das sich kaum über dem Wasser trug, einsank, in die Wellen mischte, so schwer war es.
Morgens tat eine Bai sich auf. Silbern trat die Sonne aus dem Wasser am Horizont, der ruhig, endlos lag. Sie atmeten tief in das nun Geweitete, befreit. Am Mittag schwammen neue Inseln entgegen. Aus gewaltigen Grasbüschen wuchsen Bäume mit kalt geformten Blumen. Schlugen Brücken miteinander. Die Sonne war weg, der Himmel zu. Unten liefen Regenbogenfische. Oben schwirrten bunte Vögel, ohne Rast in Bewegung und Getön. Dazwischen wogte blauer heißer Dunst.
Abends kamen sie ins Freie. Sie liefen wehend zum Vorderschiff, winkten hinaus. Schrieen: „Das Meer!“ Doch im Untergang brach sich die Sonne in einem gespaltenen Rubinfächer hinter neuen Inselherden. Sie griffen sich auf, sammelten sich, umtrieben sie mit Kanälen und Buchten, in denen sie irrten. Syg holte Daisy in der Nacht, sie schlichen im Schatten der Pflöcke bis hinter die Taurolle. Am Reeling stand neben dem Fräulein der Lehrer, sie sagten nichts, berührten sich nicht. Er wies immer mit dem Kneifer gegen das Wasser. Da unten schwamm aber auch nichts. Jedoch sprang später aus einem Baum eine Katze auf Verdeck, fraß neben der Küche
zwei Hühner, die Matrosen machten Jagd, und das Tier sprang durch die Glasscheibe in Browns Kajüte. Die nackten Beine sehr verhaart, sonst nur im schwarzen Predigtrock fuhr er entsetzt mit verschlafenen Haaren auf dem Deck herum, bis man ihn beruhigte. In der Nacht fuhr das Schiff weiter, es gab ziemlich Licht von oben.
Morgens erst schlugen Himmel und Wasser entfernt fest zusammen und machten einen Kreis. Erst da ward es endlos. „Das Meer“, sagte Daisy.
„Es ist auf der anderen Seite.“
„Ich weiß Syg.“ Sie machte einen Bogen, am Geländer saß Well, der Wolf des Steuermanns. Er legte den Kopf, als sie sich kauerte, auf ihr Knie.
Gegen Mittag ward der Ontario tiefblau, spannte sich in gebogenem Spiegel hinauf und in seidiger Biegung abebbend hinab. Im glänzenden Himmel begannen Striche zu wachsen. Hoch über dem Horizont, fast wolkennah schwebten drei große Schiffe. Der Mittag ward voller, ging auf wie ein Gestirn, kam aus sich selbst und zerrann. Toste von Farben. Der Horizont ward dunkel von Glut. Es ballte sich die Weite, durchdrang sich und lud die Atmosphäre mit einem gepreßten ausschwingenden Atem. Segler nahten da und dort, hingen Fahnen heraus, bogen über das glashafte Seidene des Sees herab. Von eigenen Masten flaggten Fahnen, das Deck zog festlich, schmal dahin.
Unter der Brise legte das Schiff sich seitlich. Well sprang auf, knurrte, schnappte nach ihrer Hand, sie zog ihn an der Gurgel wieder herunter. Schaumdünn zog Land in einer reinen weißen Wölbung heran. Hinter ihnen sammelte sich das Geweitete, schwang ab in Klarheit mit dem berstenden Geknäul. In der dünnen singenden Luft begann das Segel über ihr sich plötzlich zu drehen. Geräusch von Ruder und geschaufeltem Wasser fiel aus ihr heraus. Mit dem davonschwingenden riesigen Segel flog es in ihr hoch. Es bäumte sich wieder, überrannte sie, stieg aus ihr und gab sich hinaus, erschauernd, tastend, eine Sekunde. Als ihre Haut zu zittern anfing darunter, sprang das Knattern und Schäumen wieder in sie. Vorbei. Sie bebte. Wandte sich um. Das Gewesene nahm plötzlich Platz in ihr wie vorher. Aus einem Hafen kamen Drähte, Stangen, Schorne, schoben auf sie zu, fesselten sie mit ihrer Gegenwart an. Sie fuhren ein in Toronto.
Brown brachte ein Tuch. Es ging auf. An der Mole flaggte es viermal. Sogar eine Rakete schoß hoch und knallte. Darauf kamen Wagen hergerollt aus einer schrägfallenden Straße. „Sie kommen“, sagte Brown, rieb sich die Hände, schmunzelte verschmitzt, es ward eine harte Grimasse. Sechs Wagen standen nebeneinander. Junge Leute sprangen herum, hatten schiefe Helme auf den Köpfen, sammelten sich, stampften, stellten im Kreis sich um einen starken