Sie kam zurück mit Goldpuder und einem roten Samt. Er überreichte es ihr. Sie dankte. Die Tür ging auf. Syg kam in einem blauen Schneiderkleid wie von der Straße, gab ihm die Hand und frug: „Haben Sie meine, Kette, John?“

Verblüfft sprang der junge Mann auf: „Haben Sie noch eine Schwester und wel . . .“ Syg klatschte in die Hände, nahm ihn bei den Ohren, schenkte einen Kognak ein.

Jeden Tag schob Syg die Abreise hinaus, jeden Morgen freute sich Daisy und jeden Abend litt ihr Gefühl, das um Syg Sorge trug und doch nicht vermochte, sich von ihr zu trennen. Die Tage gingen wie ein blauer Mond nach dem anderen am Fenster vorüber, und Dogo saß in jedem, auf dem Zweig des Faulbaums sich schaukelnd.

Fribaurt rief an auf der Durchreise, Syg nahm den Hörer. Er kam nach einer halben Stunde. Daisy empfing ihn. Er sah ihr von unten in die Augen, und da er ein geschärftes Ohr hatte für das herbere in Sygs Organ, frug er, den Rücken weich, hündisch, biegend: „Wozu die Komödie?“ Sie gingen auf die Veranda. Sie hob den Finger an die Lippen.

Unter ihnen stand Syg, vor ihr ein junger, schlanker Gärtner. Sie tollte und sprang um ihn herum, verzog

das Gesicht, schüttelte den Kopf. Sie frug ihn, er sagte etwas. Sie preßte die Hände in die Hüften, daß die Ellenbogen nach auswärts standen und lachte. Ihre Bewegungen waren in diesem Augenblick ganz unerlöst und kindlich. Dann frug sie wieder. Er sagte einen slawischen Namen und zischte. Sie schüttelte den Kopf und lachte noch heller. Sie faßte ihn unter dem Kinn, richtete sein Auge nach ihrem (denn er schlug es nieder) und horchte angespannt, dabei bewegte sie die Nüstern in Spott.

Er errötete, dann schrie er mit voller Stimme: „Zsigis“. Syg blieb ganz ernst, hob die Hand, fuhr ihm die Grenze der Stirn entlang, sagte ihm etwas ins Ohr und ging lachend die Treppen zur Veranda hinauf. Oben blieb sie stehen: „Pony“ . . . rief sie. Er hielt an, wandte sich um, errötete und blickte hinauf. Dann wurde er ganz blaß. Sie winkte. Er ging.

„Warum nennst du ihn Pony?“

„Wegen der Haare.“ Auch ihre Locken hingen gefächert in die Stirn.

Daisy preßte plötzlich die Hände fest zusammen: „Fribaurt fährt Donnerstag nach Italien . . .“ Sie stockte. Mit einem seltsamen und nie gesehenen Ausdruck sah Syg an Fribaurt hinauf und wieder herab, zuckte kaum deutlich die Schultern. Aber Fribaurt, der stark nach einem süßen Wasser roch, sah es nicht, denn sein Blick folgte dem Gärtner, der in den Büschen verschwand.