„Daisy . . .“ Bittender Ruf. Sie ging mit. Naga hing in ihrem Arm. Sie gingen über zwei Korridore in den höheren Stock. „Bist du müde?“ Die Brust der kleinen festen Schwester schmiegte sich an ihren Arm. In dem Zimmer standen zwei Kolonnen Betten, alle belegt. Die Luft roch scharf nach nassem Tuch. Große Scheiben gingen ins Land. Aus jedem Bett ragte ein Bein, ein Arm . . . und lag in einem Gefäß mit Wasser. Naga hielt Bein um Bein, Arm um Arm. Daisy trug die Wannen hinaus, leerte sie von eitrigem Gerinnsel, scheuerte sie, füllte sie neu. Das siebente Bett . . . ein junger Mann warf sich im Fieber herum — — — „Ja, wir werden deiner Mutter schreiben.“ Das elfte Bett . . . die Fieberkurve gestiegen — sie machte ein Kreuz auf das Brett, drückte auf einen Knopf. Der Kranke kannte die Bewegung, begann zu winseln,

das Bein blau, geschwollen . . . er warf sich knirschend herum. Sie drückte wieder auf den Knopf. Jeder kannte die Bewegung. „Nur ein kleiner Schnitt.“ Er lächelte ungläubig, sie nickte.

Ihr Name auf der Treppe.

Sie trug mit der großen breiten Schwester Mann auf Mann ins Bad. Sie hielt sie unter den Armen, die andere an den Knöcheln. Im Bad stand ein Schemel. Darauf lag wechselnd ein verbundenes Bein, ein Knie, ein Arm. Einer lag darübergekrümmt auf der Seite. Sie wuschen die Leute ab mit Seife und dicken Bürsten. Sie hoben sie heraus auf den Stuhl, trockneten sie mit den Fingerspitzen ab:

„Du hast Naga geholfen.“

Sie nickte.

„Sie soll es nicht tun, wenn sie der Aufgabe nicht gewachsen ist.“

„Ich habe nichts versäumt.“

Sie trugen einen anderen herein. Als sie schruppten, ging die Haut ihm ab wie einer Schlange. Er hatte sich gekratzt, „Du Schwein . . .“ Er sah die große Schwester an, er sprach kein Wort. Daisy rieb vier Leuten den Rücken, die Schenkel ab mit Spiritus, gab Puder darauf, ging zu Nagas Station, setzte sich zu dem Fiebernden, horchte, sprach, schrieb . . .: „Liebe Mutter — — — ich bin nicht schuld . . .“

Sie aß zu Mittag, ging vor das Haus auf einen