Liegestuhl, deckte sich zu und schloß die Augen. Die Sonne brannte auf den Schnee und färbte ihr Gesicht. Sie ließ die Glieder sich lösen, Müdigkeit floß an ihr herab, halb schlafend flog ein Zug zufriedenen Liegens ihr an den Mund.
Sie stand neben dem Arzt. Ein neuer Kranker ward eingeliefert, ein junger Prediger, der entsetzt in die Brille des Arztes stierte: „Sie werden gut tun, sich damit auseinanderzusetzen, daß Sie hier bleiben. Die Welt draußen ist vorbei. Sie werden hier sterben. Wenn Sie so denken, werden Sie ruhiger leben, weil Sie ein kluger Mensch sind.“
Sie ging still mit dem Arzt hinaus, trat von dem Flur in das Nebenzimmer. Ein Raum dick voll Rauch. Gesichter schwankten mit Bärten zerfließend in der geballten Luft . . . deutsche Matrosen mit Scharbock von Grönland. Die leichte Abteilung, nichts gegen die Tragödie drüben. Gesang:
Isch un du
Mir hawwe uns so gern
un leck’st de misch bei Dag am Arsch
da brauchst de kei Laddern.
Sie stand auf dem Sims, wusch mit Petroleum das Lambris, wusch das Fenster. Sie zog ein Spinnweb aus der Ecke. Sie kehrte die Asche der Zigarren am Boden zusammen, unter der Heizung jagte sie Flocken, putzte
das Messing der Klinken. Immer ein freier Raum um sie. Immer der fremde Gesang. Die Männer kaum sichtbar in dem Qualm:
Isch un du