Diese Sportleute fanden das Curling erbärmlich langweilig, es war ein Gesicht, das sie sich vorhielten, um ein anderes zu verstecken. Diese Zeit vor den Erfindungen der Tanks und der Vernichtungslust mußte Gefühle verstecken und mit den Kräften, die keine Auswirkung fanden, auf einer so gefährlichen Ebene zu spielen beginnen, daß sie ihr Leben und ihren Geist riskierten. Es gab so wenig Widerstände, daß man welche erfinden mußte wie jene Dächse tun, die sich Bauten so kompliziert anlegen, daß sie sie teilweise wieder zerstören müssen, um in ihren Hauptkessel zu gelangen. Hätte jemand vermutet, daß dieser Sport den Bedürfnissen seiner Mitglieder genügte, hätten sie ihn im Inneren für einen Verrückten gehalten. In der Tat hatten diese Leute eine ingeniöse Erfindung gemacht, sich das Geheimnis zu beschwören, nach dem sie lechzten. Das war eine Tambola der Gefahr, eine Machinerie der Leidenschaften, ein wahrhaftiger Apparat, dessen Einrichtung von genialem Irrsein war.
In dieser Einrichtung war ihr Schicksal mit einem Raffinement verbunden, das jeden von ihnen täglich mit aller Furchtbarkeit wahllos erfassen konnte, kurz, diese Leute waren begabte Spieler, die statt um Geld, das sie besaßen, um Erlebnisse spielten, bei denen mehr zu verlieren war als Vermögen. Vor allem verband sie, der Zuchtlosigkeit entgegen, die jedem erlaubte, nach Gutdünken zu leben, eine eiserne Disziplin, gegen welche der Gehorsam der Armeen ein Kinderspiel war.
Was sie beherrschte und im Notfall bestrafte, war ihnen nämlich unbekannt. Sie hatten sich eine geheimnisvolle Macht erfunden, die sie mit aller Tyrannei beherrschte, womit sie glücklich waren. Die Zucht, die diesen Haufen von Spielern, Abenteurern, Soldaten der Kolonialarmeen, Kenner oder Adepten des Wunderbaren, Blasierte und vom Leben Gezüchtigte zusammenhielt, verwickelte sie in fast jede scheinbar unmögliche Angelegenheit. Es wird nicht erstaunen, daß Curling nur ein liebenswürdiges Lächeln gegen die Welt darstellte, hinter dem sie zwischen halsbrecherischen Gefahren ja Verbrechen, sich jene Genugtuung ihrer Nerven verschafften, die verrückt, aber bewundernswert war.
Der eigentliche Vorgang war folgendermaßen: Das Haus war derart gebaut, daß es allen Entdeckungen auch durch Mitglieder gewachsen war und jede Manipulation erlaubte, die nötig schien. Jährlich wurden fünfzig Metallkapseln im Dunkeln gezogen, in einer befand sich der Schlüssel zu einem Verschlag, dessen Vorderseite eine viereckige Uhr war. Keiner, selbst der Besitzer des vorigen Jahres, wußte, in wessen Hand der Schlüssel kam. In dem Haus waren sechzig Kabinen aus Stahl, in denen die Mitglieder sich zu maskieren hatten, wenn sie aufgerufen wurden, einem Appell Folge zu leisten. Auch die Einrichtung der Kabinen, ihre Numerierung und die jedesmalige Verteilung der Nummern schloß jedes gegenseitige Erkennen aus. Ihre Vermummungen und die Art ihres Eintritts in den Hauptraum sowie die Abdämpfung der Lichter genügte ebenfalls, daß man nicht wußte, in wessen Nähe man sich befand.
Vor allem darf nicht vergessen werden, daß diese Leute das Geheimnis liebten, das sie eingesetzt hatten und toll gewesen wären, wenn sie es gelüftet hätten. Diese Leute flüchteten aus ihrer ungeheuren Macht in die Unsicherheit und waren damit beschäftigt, das Gift eines Frevels zu genießen und nicht, es zu enthüllen. Diese geheime Legion der Männlichkeit, die ihr Jahrhundert verachtete und seine Garantien wie seine Einrichtungen verlachte, besaß nur eine Abhängigkeit, das war jener Wille, der von dem Träger des Schlüssels ausging, welcher ihr Leben und Tod nach völligem Belieben in der Hand hielt. Wenn eine Sache dieser Welt groß oder verrückt genug schien, sich daran zu bewähren, berief er den Appell.
Zu diesem Zweck erschien irgendein Mann im Club und frug nach einem Glas Whisky. Dieser Mann mußte einen Satz sagen, der lautete: „Die Uhr ist aufgestellt, meine Herrn.“ Diese Uhr war die Seele des Clubs. Da sie Schicksale bestimmte, war das Grausen auf sie übergegangen, das man der Vorsehung schuldet. Durch eine Vorrichtung war es möglich, daß am Tag nach der Ankündigung jeder der Vermummten, wenn er den Schlüssel besaß, sich, ohne aufzufallen, in den Raum hinter der Uhr begeben konnte. Dies geschah durch eine liftartige Versenkung, die lautlos alle Etagen durchglitt. Man konnte von fünf Etagen über zwei Dutzend Gänge in den Saal kommen, es war unmöglich festzustellen, wer in die Uhr eintrat.
Diese Uhr ruhte auf drei Säulen und hatte einige ovale Öffnungen. Die Mitglieder mußten in den dämmerigen Raum vor die Uhr, einer nach dem anderen, treten, in dem Verschlag zur Seite die Maske lüften und weitergehen. Jeder tat dies mit dem furchtbaren Gefühl, daß hinter der Milchglasscheibe einer in sein Gesicht sah und über sein Leben bestimmte. Dies geschah so, daß der Mann, der nach Whisky fragte, einen Brief abgab, der in der Regel nur einen aus einer Zeitung gerissenen Wisch enthielt. In den kurzen Nachrichten der Journale sind in trockener Form die ungeheuerlichsten Dramen enthalten.
Der Fall, der diese Geschichte mit England und einem ereignisvollen Teile der Geschichte Asiens verknüpft, hatte ein schauderhaftes Aufsehen unter den Mitgliedern gemacht. Ihr unverbrüchliches Schweigen bewies, daß sie zitterten vor Erregung. Die ersten Dreißig waren ergebnislos passiert. Da blitzte ein weißes Licht und rollte in einen Ausschnitt der Uhr, daneben glomm in dem Schalter auf der Platte der Name George Good auf. Bei dem zweiundvierzigsten wiederholte sich eine Linie tiefer dasselbe. Der Name hieß nur: Capt. Pound.
Diese Uhr trug übrigens an der Seite ein Verzeichnis aller Namen des Clubs, hinter denen in einem breiten Feld ebenfalls kleine Glasgitter von verschiedenen Farben glühten. Dieses Verzeichnis konnte mit Auszeichnungen im Team gedeutet werden, es betraf aber die Frage, ob diese Leute sich im Spiel mit den Gesetzen berühmt gemacht hatten, ob sie unterlegen waren oder ob sie wegen Verräterei aus der Welt geschafft werden mußten. Das gelbe Licht war Verrat, das rote Verdacht, das weiße bezeichnete besonderen Ruhm, das grüne war der Durchschnitt, das schwarze das Todeszeichen. Dieses Register war für den, der es studierte, von den Schauern des Furchtbaren umweht, ein erschreckendes Thermometer jener Leidenschaften, die sich unterwarfen, um sich auszutoben. Bei besonderen Anlässen war dieses Register verhüllt.