Hinter den Namen Good und Capt. Pound glänzten die Scheiben grün, das Signal, daß, nachdem die Auszeichnung auf sie gefallen war, ihre Tätigkeit begann, die nunmehr neutral beurteilt ward. Jede Leistung begann auf diese Weise, aber keiner vermochte zu sagen, mit welcher dieser erschreckenden Farben sie aufhörte, weil noch verfehmter als das Mißlingen jene Untreue gerächt ward, die das Ziel aufgab oder dem Sinn des Auftrags sich entgegenstellte. Diese letzte Frage war diejenige, welche den Bann tödlich machte, der die Männer vereinte, weil sie mit letzter Raffiniertheit das Schicksal herausforderte, jenes Schicksal, das mit Vorliebe in menschliche Handlungen eingreift und sowohl ihre Kurve als auch ihren Sinn ins Gegenteil verkehrt.

Man muß gestehen, daß diese Vorkehrungen mit höllischer Genauigkeit getroffen waren. Nachdem die beiden Namen bekannt waren, gingen die Männer auf verschiedenen Ausgängen auseinander. Beim Curling hätte jeder sich eher die Zunge abgebissen, als daß er ein Wort über diese Dinge von sich gegeben hätte. Es versteht sich, daß das Geheimnisvolle halb gewesen wäre, wenn man es mit einer Silbe erwähnt hätte. Die Sitte des Verschweigens gestattet, das Ungeheuerlichste zu erleben. Es gibt keine Verschwörung, wenn man ihr die grauenhafte Größe nimmt, indem man davon spricht.

Am folgenden und den drei nächsten Tagen wurden an allen Börsen eine Masse Aktien der Nord W. L. Schiffahrtsgesellschaft gekauft. Der Agent, der das Paket erworben hatte, gab den telephonischen Auftrag zum Kauf von zwei Fabriken, in der einen wurden gewisse Sorten Edelstahl gewalzt, in der anderen wurden die Platten zu verschiedenen Zwecken zusammengesetzt. Am folgenden Tage erhielten die beiden Unterleiter des Direktoriums der Schiffahrtsgesellschaft einen seltsamen Besuch. Besuche verrückter Art sind in Amerika häufig, man schützt sich davor, indem man Leute in die Besuchszimmer der Direktoren setzt, die nicht die Direktoren sind, sie aber scheinen und in Haltung und Überlegenheit nachahmen, um die Besucher auszuforschen. Diese Täuschung ist eine der geringsten, welche die Handelswelt seit der Erfindung der alles zertrümmernden Trusts gegen die Menschheit vornimmt. Sie hat den Vorteil, daß von den großen Betrügern die kleinen entlarvt und die Narren beseitigt werden.

„Halloooo meine Herren,“ sagte Capt. Pound, der ein Stelzbein hatte, „ich besitze dieses Paket Aktien. Die Nummern finden Sie hier eingetragen. Hier ist die Bescheinigung des Notars. Die Mäntel liegen bei Hallgarten. Telephonieren Sie.“ Die Klerks blieben rührungslos, sie schienen aus Wachs, wie man es in Läden für Konfektion sieht. „Und was,“ sagte einer, aber es war nicht zu erkennen, welcher, „hat dieses Ihr Eigentum mit Ihren Wünschen zu tun?“

Sie sahen gar nicht auf die Papiere, die Pound auf den Tisch geworfen hatte. „Dies,“ sagte Capt. Pound, ohne im geringsten auf die beiden zu achten, „sind Beurkundungen, daß ich Besitzer der Rollway-Fabriken bin. Hier ist der Kaufvertrag. Hier die beeidigte Beglaubigung. Hier die letzte Bilanzabschrift des Unternehmens.“ Und er warf sie auf den Tisch. „Und,“ sagte einer der beiden Wachsmänner, die vermuteten, er wolle seinem Geschrei nach das Personal aus dem Hause treiben, „welchen Zusammenhang sehen Sie zwischen den beiden abgegebenen Erklärungen?“ „Darüber,“ sagte Capt. Pound, „werde ich mit dem sprechen, der am Ende dieses Gegenstandes sitzt,“ und er schlug mit dem Stock auf einen großen Kautschukbecher, der die Gespräche aufnahm, und wandte sich einer dichtwattierten Tür zu, die sich von selbst vor diesem unerschrockenen Besucher öffnete.

Den Tag darauf begannen Arbeiter der Rollway-Fabriken den Einbau einer unerhört gesicherten Stahlkabine in den Dampfer „Leviathan“. Ein Mann mit Stelzbein kontrollierte. Die Arbeit mußte in fünf Tagen beendet sein, sie war es nach viereinhalb, weil Pounds Anwesenheit zauberhaft wirkte, er verstand mehr von dem Geschäft als seine Ingenieure. Außerdem ließ er nachts arbeiten. Der geheimnisvolle Mann ließ die Arbeiter dauernd wechseln und übertrug jedem nur einen geringen Teil der Beschäftigung, auf diese Weise übersahen sie in der Tat in keiner Weise, was sie arbeiteten.

Dieser Mann, der sie beaufsichtigte, machte auf alle den fürchterlichsten Eindruck. Dieser Capt. hatte in einem Krieg, den einige Jahre vorher seine Nation mit Spanien geführt hatte, sein Bein verloren. Obwohl niemand heute die Tatsache für möglich halten wird, daß eine edelmütige Nation wie die amerikanische mit dem friedlichsten Volk der Welt in kriegerische Verwicklungen kommen konnte, da man vergißt, daß die kubanischen Erze die Wirtschaftskapitäne beider Länder wie die Irrsinnigen lockte, trotzdem schoß eine der damals noch kindlich primitiven Kugeln eines kleinkalibrigen Geschützes ihm in das Knie, fetzte den unteren Teil ab und Capt. Pound sah sein Bein ins Wasser fallen. Einer seiner Leute holte es wieder heraus. Er ließ es präparieren und führte es zu jeder Zeit mit sich. Man hätte diesen eleganten Mann für einen Professionel im Boxen gehalten, er war Ende der Dreißig, hatte das Gesicht eines quadratischen Orang und eine furchtbare Stimme.

Was jetzt geschah, ist aufs äußerste geheimnisvoll. Das Schiff fuhr nach Beendigung der Arbeiten ab, durchfuhr eine Reihe von Tagen das Meer und kreuzte einen Tag an einem Teil der chinesischen Küste. Die Nacht erhielt es Signale und einen Lotsen und botete die meisten Leute aus. Die Europäer und Amerikaner standen neugierig auf dem Verdeck und betrachteten in der Morgendämmerung eine grauenhafte Szene. Sie sahen einen Kilometer lang eine Treppe gegen das Meer herunterkommen, die sich oben in einer Wolke verlor. Sie schien aus dem Himmel förmlich herabzufallen, was noch geheimnisvoller dadurch war, daß die Sonne vom Meer her das ganze Bild grell beleuchtete.

Zuerst rannten einige Tiere, die man als Kamele erkannte, auf den Stufen herunter. Es waren vier Tiere, von denen zwei stürzten und mit zertrümmerten Knochen von Stufe zu Stufe herabglitten. Dann kamen Stelzenläufer. Die paar Mann an Bord rissen die Augen auf und lachten über die possierlichen Sprünge. Hinter ihnen her kam ein Trupp, der die Treppenknäufe besetzte. Ihnen auf dem Fuß folgte eine Kompagnie mit Fahnen an sehr hohen Stangen. Hinter diesem Trupp, der übrigens von einer herabrennenden Schar Musikleute begleitet war, kam ein Kamel, das sehr langsam geführt wurde und ein Zelt auf dem Rücken trug. Die Leute, welche Ferngläser besaßen, konnten dann Falkenträger mit ihren Tieren erkennen, zwei bronzene Löwen, die getragen wurden, Fächerträger und einige Leute, die sehr breite, kurze Banner hielten. Es schien sich eine große Zeremonie zu entfalten, aber man vermochte nicht zu erkennen, wozu.

Es folgte offenbar in einem Wall von Speerträgern ein rotausgeschlagener kleiner, fast ovaler Sarg, dahinter ein Heer von Papageien und Reihern, die fürchterlich schrien. Dahinter liefen Leute die Treppe herunter, die mit Bällen jonglierten, unter ihnen bewegten sich andere, die Goldfischgläser mit eiserner Ruhe trugen, davor ein majestätischer gelber Sonnenschirm, unter dem sich niemand befand, zuletzt eine ebenfalls leere Sänfte. Die Treppe führte direkt ins Meer, verbreiterte sich aber bei der Mündung in eine riesenhaft mit breiten Stufen herabkommende Terrasse.