Der Fürstin schwere Brauen zuckten mit Gold über den schwarzen Augen, und der weiße Sand, auf dem sie lag, wurde glanzlos und dienend vor ihr. Manche hohe Welle erreichte unsere Brust.
Da brach plötzlich der Schleier ihres Auges, und eine wilde Zärtlichkeit entströmte ihr. Und da konnt ich nicht halten, aber ich schrie nicht. Doch ich konnte es nicht halten, und ich flüsterte. Mein Herz warf sich durch meine Brust, aber ich bewegte kaum die Lippen. Aber sie schwand auf meinem Hirn als die bunte Beute und ungekannte Zärtlichkeit hob sie ohne Halt.
Ich wußte, daß ich sie lieben würde in Schmutz und in Unglück, daß ich sie lieben würde: Ihren Hals, ihre Zehen, jeden Schmerz und die Wollust und die Krankheit, es gab kein Ende. Ich war voll und überströmte. Ich hielt es nicht mehr und flüsterte kaum mit den Lippen, es gab keine Grenzen der Verzückung. Ich will dir dienen, flüsterte mein Herz, ich will dich töten. Aber alles war sinnlos, denn mein Herz war närrisch, denn dies hatte es nie gekannt.
Und ich strich ihr über die Haare und sagte: „Ich liebe deine Zehen, ich liebe deinen Schmerz und den Schmutz und die Krankheit.“ Aber es war wenig nur, was ich versprach, denn mein Gefühl war viel größer, und dies war noch lang nicht die Grenze, und sie lächelte glücklich und fern. Ich hatte vieles, was ich noch keiner Frau gegeben, ich hatte Zahlloses, was in mir aufbrach, daß ich vor Glück verging. Ich kannte kein Ende, ich war die Welle, der See und die Insel und flüsterte mit jedem Geräusch: o daß ich dich liebe, 0 daß ich dich liebe, und mein Mund wurde stumm vor Übermaß.
Nun wurde die Landschaft still. Das Wasser milderte sich und gerann zu dunklem Öl, und, zusammengeschlossen in endlose Ruhe, stieg über einem Segelboot, das träumte, der Tag ziellos.
Die Insel glühte mit dunklem Basalt in dem rötlichen Wasser. Sie hatte ein Glänzen. Es war ein grundloses Glänzen. Ich aber wußte, daß ich alles für diese Frau tun würde, denn sie war ungeheuer in mir. Seligkeit floß über die Ränder des Tages.
Es wurde Abend.
Wir fuhren zu den Zügen, noch eh das Licht auslosch. Noch stand die Sonne über der Ebene, die sie schon berührte, und der Kranz ihres Lichtes brach sich nach oben in einer stillen brünstigen Glut.
Allein auf der Terrasse des Bahnhofs beschloß sie zu bleiben und nicht zu fahren, den Blick nie von dem See unter ihr lösend, der immer mächtiger die Wellen der Landschaft aufschloß und in das Licht der unsäglichen Ruhe hineintrug.
„Ich mußte dich haben, Fürstin. Aber daß ich dich so liebte, nie hätte ich das geglaubt . . .“, stammelte mein Mund.