Allein Jehan langweilte sich. Die Zerstreuungen, die ihm Stellung und Temperament zur sonstig mittelmäßigen Erfreuung — mehr geduldet in der vagen Notwendigkeit, als erfreut genommen — machten, ließen ihn grenzenlos öd.

War es ihm nicht, als ob durch all den Qualm des Zimmers ein fremder Duft wie von Frauenhaaren, die er kaum kannte, an seinen Händen schwebe?

Er begriff die Wandlung, faßte das Unbehagen nicht ganz in seinem bewußten Grund, aber ergriff es in brutalem Wohlgefühl wie die Lösung dieser Spannung, als er im Lauf des Abends von einer der anderen erfuhr, wie seine Dame ihn betrog. Und da (siehe) es wiederum ein Mönch war, dessen Schatten hier seinen Weg kreuzte (nur daß er nahm dieses Mal und nicht darreichte), lachte alles in ihm über den Ausgleich. Er stellte die Kanne, die seine Hand gerade umfing, nicht einmal weg, griff seiner Dame mit der Linken ins Haar und warf die vor Erstaunen kaum Schreiende durch die Tür. Erhob sich lächelnd und frisch und schenkte das Haus im Westen der Stadt jener, die zuerst fünf Glas Mischwein trank und ging aufatmend, den Kopf schräg nach dem Himmel hinaufgelegt, die Arme hochgereckt hinaus in die Nacht.

In einer Nebenstraße fiel es ihm ein: er klopfte noch an ein Tor und befahl einem Händler, dessen Kopf am Fenster erschien, daß er am nächsten Mittag mit seinen besten Sachen zu ihm komme.

Die Dämmerung schlug sich durch die Straßen, und mit einem Anheben fingen alle Glocken an zu schwingen, als Jehan sein Haus betrat. Er wusch sich die Hände und das Gesicht, stieg in den anderen Stock und öffnete in einem schmalen Ritz eine Tür. In dem gewaltigen Bett sah er Beautrix und wie ihre lichten Glieder im Morgen blitzten.

Dann schlief er bis zum Mittag und ging frei hinüber, Beautrix zum Essen zu holen. Es tat ihm leid, wie sie in dem weißen und groben und unreinen Kleid, das sie am vorigen Tage getragen, erschien. Allein ihre Bewegungen waren so, als ob sie nichts trüge oder so; als ob sie persische Stoffe über den Gliedern hätte und wie es Jehan in einer raschen Erkenntnis schien so in einem; als ob dies gar nichts bedeute für den Adel ihres Wesens.

Während sie aßen, geschah etwas Seltsames; Jehan, der spürte, wie etwas, je näher er kam, etwas wie unbewußte und ungekannte Achtung sich zwischen ihn und die Sklavin schob, sah sie plötzlich in Tränen ausbrechen. Er fragte. Da wies sie halb lächelnd wieder auf ihren Teller und sagte, daß sie dieses Gemüse nicht essen könne. Es war Kohl. Jehan lachte sehr. Dann überließ er sie dem Händler mit den Stoffen.

Am nächsten Morgen brachte er ihr ans Bett rote Blumen und Steine aus Alamanda. Den Abend sang sie ihm eine provencalische Dansa:

Amic, s’eu vos tenia
Dinz ma chambra garnia,
De ioi vos baisaria,
Qar n’audi
Ben dir l’autre di.
Qant lo gilos er fora,
Bels ami,
Vene-vos a mi.

Sie schürzte sich ein wenig und tanzte. Die Flammen zuckten auf dem Leuchter.