So schritt er hinunter. Dann bewegten sich seine Lippen. Er sann. Sang ein Lied, das er wo gehört hatte. Es kam ihm wie durch einen Spalt: Von einem Freund . . . An einem Kamin in der Bretagne . . . Gasse Brullè? — — —

Er wußte es nicht mehr. Seine Gedanken waren davon abgeschwommen. Er verstand den Sinn der Worte nicht, die sein Mund hinauswarf, laut. Es war ein Liebeslied. Er sah auf seine Hände, die in Blut trieften:

Hé blanche, clere et vermeille,
De vos sont tuit mi desir;
Car faites en tel merveille
Droiture et raison faillir.
Quant je vos vueill a amie,
Droiz nel poroit otriier;
Se vostre grant cortoise,
De gentil dousor garnie,
Ne me deigne conseillier;
Mar vos oi tant prisier.

Seine Haltung war stark und königlich.

Mit einer ungeheuer schlichten Gebärde ging er auf den Wald zu, der ihm entgegenkam.

[Maintonis Hochzeit]

Plötzlich flackerte eine kleine Staubwolke auf. Ganz steil stand sie tief am Horizont auf der weißen glühenden Straße.

„Es sind noch fünf Minuten“, murmelte Antoine.

Ich konnte eine leichte Unruhe nicht verbergen; da nahm Antoine meinen Arm und zog mich unter die Platanen. Wir schritten langsam über Rasen. Das Gras war am Rand der Chaussee leicht gelb. Im Schatten stand es satt und buschig. Wasser lief zwischen zwei Grenzsteinen. Es war sehr heiß. Nun sagte Antoine: „Fahren sie mit nach Paris!“ Nach einer Pause wiederholte er mit eigentümlich gedehnter Betonung: „Paris.“ Dann wandte er sich um und sprach ganz laut und anders:

„Sie müssen nicht daran denken!“