[Yousouf]

. . . ich glaube indessen, daß, hier wie
überall, Liebe eine Kunst ist wie das
Reiten und Flöteblasen.

Der Marquis de Langle

Die Herren standen in dem Vorsaal und klirrten leis mit den Degen. Ihre Gespräche liefen verhalten und erwartungsvoll.

Dann flogen die Flügeltüren auf und Las Casas trat aus dem Kabinett. Sie sahen sofort sein Gesicht, das beherrscht in der Rampe stand und dann an ihnen vorbeischritt. Sie sahen Stolz darin und verbeugten sich. Einer ging auf ihn zu und sagte ein paar Worte. Man sah nur seinen gekrümmten Rücken. Der andere dankte mit der Höflichkeit einer wahnsinnigen Verachtung und ging weiter.

Im folgenden Saal standen größere Gruppen. Er mußte wie durch eine Gasse gehen. Alle grüßten ihn tief. Las Casas dankte herablassend, denn es war niederer Adel.

Darauf glitt er durch eine Flucht von Räumen, die in Röte brannten von Decken und Möbeln und in denen auf beiden Seiten verwischte Bilder von ihm über die Spiegel fuhren und Hellebardiere standen, die den König zum Bad begleiteten . . . und wo sonst nichts war als das einsame Hallen seines Schrittes.

Und dann löste sich aus einer Nische ein junger Mann und ging auf ihn zu mit einer sicheren und allgemeinen Haltung.

„Sie haben . . .?“ fragte er.

„Ich habe . . . Luis Quijada . . .“, sagte Las Casas und riß die Papierrolle auf, die seine linke Hand trug. Der junge Mann zuckte leis und verbeugte sich kalt und so unwillkürlich, wie wenn er auf einem Schiff stünde. Er hatte blonde auffallende Haare.