Da spie er ruhig den Henker an.

Vierzehn Tage hing sein Kopf auf dem Plaza-Mayor.

Von Las Casas keine Spur. —

Eines Mittags peitschte sich mit steigender Eile eine Fregatte in den Hafen. Ein Kapitän stand vorgebeugt ganz vorn und rief es hinüber ans Land, eh er nachsprang: daß Yousouf Bassa eine Flotte, die Silber aus Mexiko und Gold aus Peru brachte, ausgeraubt habe, und daß er Las Casas, der ihn verfolgte, geschlagen habe. — — — — — — — — — — — — — Der Hingerichtete war nicht der Bassa gewesen . . .

Am Abend saß Juana im Parterre des Spielhauses, über dessen Bühne ein Stück von Moreto ging. Luis Quijada stand neben ihr und sprach von Zeit zu Zeit auf sie ein. Sie folgte angestrengt den schwerbeladenen Szenen und bat in der Zwischenpause, als ein burleskes Entremes wie eine klebrige Kette von Küssen sich vorne erhob und sie zu sehr belästigte, den Grafen, sich neben sie zu setzen.

Er betrachtete sie einige Minuten und fragte sie dann, an was sie denke. Sie antwortete nicht, sondern beschäftigte sich ganz mit ihrem Fächer.

„Ich bedaure es, daß Ihre Hoffnungen Sie so enttäuschen“, sagte er dann und legte die Hand auf ihren Fächer.

Sie sprach sehr nachlässig: „Bei Gott, was habe ich gehofft?“ . . . und wagte nicht aufzusehen.

„Das scherzen Sie, weil Ihre Wünsche in eine niederschlagende — — Komik ausgelaufen sind . . . wie auf der Bühne: der Schwur des Königs in die Knutscherei des Zwischenaktes.“

Sie sah ihn überlegen lächelnd an, allein das Spöttische seiner Mundwinkel besiegte sie. Sie brauste auf: „Was wollen Sie mit Las Casas?“