Ein weißbärtiger Türke saß auf dem Boden und schaute müd und regungslos dem Spiel eines jungen Hasen mit einer Schildkröte zu. Sie blieben eine Zeit so. Innen der Türke in das Betrachten versunken, der Marques fand nicht den Augenblick, sich von dem Posten geräuschlos zu lösen.
Da schoß etwas ins Zimmer. Der Alte hob die Augen. Die Augen mußten über das Fenster . . . er hob die Hand, warf sie mit dem Arm in die Luft, Glas splitterte, ein Dolch schlug neben Las Casas’ Kopf vorbei durch die Scheibe und verlor sich zischend und blinkend nach den Brunnen.
Las Casas flog herum, kreiste um den Hof, seine Blicke faßten plötzlich eine dunkle Öffnung in dem hellen Viereck. Er sprang hinein und fand keinen Ausgang. Er tastete und die Wände waren feucht und glatt. Während er suchte, fing ein runder Lichtfleck an, über die Mauer zu hüpfen. Wo er auftrat und hielt, funkelte es auf. Andere Lichtbälle tauchten auf und spielten mit dem ersten. Sie glitten übereinander und vermehrten sich, bis die eine Seite eine strahlende Scheibe schien. Da erkannte Las Casas, die Wände seien Spiegel. Er suchte noch einmal nach einer Öffnung, aber er fand keine mehr. Die Lichter stachen ihm nun in die Augen. Da hieb er mit einem Aufschrei bebend vor Wut die Faust in eine der Scheiben, ein helles Gelächter lief über die Wände, irgendwo gab es einen Ruck, eine Öffnung, durch die er schritt fünf Schritte bis in sein Zimmer.
Am Morgen flog die Türe auf, Mekkije wehte herein. Sie betrachtete ihn lang und eingehend. Dann setzte sie sich vor seine Füße und fuhr fort, ihn anzusehen.
Darauf schüttelte sie wenig den Kopf und sagte: „Ich kann mit dir machen, was ich will.“
Las Casas zuckte die Achseln.
„Wenn du mich liebtest“, meinte sie nach einiger Zeit ernst und überlegen, „kostete es dich den Kopf. Zwei, drei Schnitte . . .“ . . . sie fuhr sachlich mit dem Zeigefinger über den Handrücken. Sie sah ihn an, als ob sie immer mehr über ihn erstaune.
Mit einem wegwerfenden Hochmut zog der Marques die Linien ihres Körpers nach und wandte sich langsam nach der Wand.
Doch seine Blicke hatten sie aufgenommen und brannten ihr Bild in die Mauer. Sie war sehr schön.
„Mein Vater hat sieben Monde“, fuhr ihre Stimme fort, „ich habe den Alten schlagen lassen, dann habe ich mir zwei Ringe schenken lassen und dich.“