„Es ist gelogen, ist erlogen . . . Hund!“
Las Casas ließ sie.
Als aber ihre Bewegungen langsamer wurden, erschrak er. Es blitzte ihm durch den Kopf — er müsse den Abend in Cartagena sein — — um alles.
Er ging auf dem Deck herum und zerbog die Hände ineinander, bis er den letzten Entschluß sich abgepreßt hatte.
Er befahl ein halbes Dutzend Weiber aus dem Harem herüberzuschaffen. Er wußte (in brennendster Qual), daß die Sklaven die Frauen des Harems beim Umladen nach der Schlacht gesehen hatten: Sie waren nackt. Ihre Brüste waren kobaltblau. Der Bauch glänzte nach ihrer Sitte rund mit Gold gemalt. Sie sollten vor ihnen tanzen, daß sie rascher führen.
Alle mußten hinuntersteigen.
Nur die Sklaven blieben, einige Offiziere und Las Casas.
Die ungeheuerste Erwartung machte den Sklaven die Gesichter weiß wie die Planken, die Augen rissen sich auf in erschreckender Weite. Auf Las Casas’ Gesicht saß ein Lächeln wie eine Dolchspitze.
Dann fingen die Boote an hinüberzufahren zur Caramuzzal, die den Harem trug. Die Wächter hieben auf die Sklaven ein. Las Casas sah knirschend vor Scham und Schmerz, wie irgendwo einem Geifer aus dem Maul rann, während er blöd auflachte. Anderen brach der Schweiß in Strömen aus dem Gesicht. Sie sahen aus wie Pilze, auf die plötzlich Tau fällt.
Keiner schrie. Eine furchtbare Lautlosigkeit fiel auf die Schiffe. Die Gesichter waren ins Unkenntlichste verzerrt. Wo manches Nase oder Mund sonst war, saß nun eine Falte der grausamsten Qual.