Er sagte schlicht:
„Ich irre mich nicht.“
Sein Gesicht war hochmütig vor Glauben.
Sie lag bleich neben ihm, bedrückt von seiner Sicherheit, die sich über sie legte so hoch, daß sie darunter verschwand. Der Mond spielte durch blaue Dämmerung um den Turm und deckte ihre Gesichter. Lange lag sie.
Dann sagte sie leis:
„Ich liebe dich.“
Er sah ihr erschüttert in die Augen. Es wurde Morgen. Sie erhob sich.
„Wohin gehst du?“ frug er.
Sie deutete auf die Ebene, auf alle Tore. Sie war aus Liebe stärker als ihre Sehnsucht. Sie zwang es nieder, daß ihr Gefühl in seine Nähe sie band als schöne Erfüllung. Ihm sich preisgebend in seinem höheren Sinne ging sie für ihn hinaus nun Tag um Tag.
Nun zog die Landschaft sie auch an, die sie für ihn besuchte. Aus seinem Herzen dankte sie für Gaben, die überreich sie empfingen. Mit seinem Auge sah sie voll Hingabe wieder das Licht sich sanft zerteilen auf Büschen und Sand. Sie folgte im Wald dem Spiel der Sonnenkringel und hatte Freude daran. Ein Bach wogte vor ihren Schritten, sprudelnd mit weißen Wellen, die sich springend überspielten. Lange noch blieb ihr die Musik des leichten Wassers im Ohr.