Das träumen wir, wenn es uns wohl geht. Aber man stirbt. Aber man gerät in das Elend. Die Leidenschaften steigen in die Niederung dann, wo sie um Hunger, Krankheit, Leiden sich bewegen. Wir sind verloren, wenn wir abstürzen. Wo sind dann die Geliebten?

Du weißt keine Antwort auf die letzte Frage, Uga! Bist du bei mir, wenn die Mondsichel tragisch auffliegt. Steht das Zucken deiner Braue als Trost am Horizont, wenn man mich füsiliert, wenn ich im Straßenkampf stehe, elend in einer Vorstadt vegetiere, der große Sund meine Malaria nicht mehr herunterwirft in die Tiefe des Thermometers?

Man ist allein. Man geht beiseite zugrunde. Wir sind zerborsten in die Welt gesprengt. Man weiß nichts von den Herzen, an denen man unirdisch gelegen. Unsere Kraft versagt. Niemand kennt einander, wenn wir krepieren.

Welcher Mann wird, die Locken verwirrt, in Scheweningen nachts die Midussi zu Tode quälen? Wer wird mit einer Achselbewegung Margits Frische im Keim ertöten? Wer gibt der Ritterstad, von einem Auto bedroht, den Tip sich zu wenden? Stirbt Bambulas Stärke an einem foul blow des giftigen Ukrainers? Wer rettet Lella vor der Schwermut im Walde?

Selbst Kerstins tödliche Sekunde zeigt niemand meinem Auge, wenn sie, verstörten Gesichtes, schön und schmal zum letztenmal ein Bild in dem Seespiegel sucht.

Am Ende ist Einsamkeit. Man ist vor dem Ziel betrogen. Alles war umsonst. Wir sind allein.

Wir haben wohl Göttliches genossen, aber sind vor dem Tode eine Null. Alles war Lüge, die wir uns gestatteten. Wir waren einsam im Getümmel. Waren frauenlos in den heißesten Weibernächten. Wir haben uns mit Kameradschaft gepanzert, aber, ach, es überließ uns dem Nichts. Die Menschen haben uns wie Bienenschwärme umschart, aber wir haben uns getäuscht, sie haben nichts genutzt.

Die Landschaft, von der wir dachten, sie tränke uns, durchspüle uns mit Geruch, Fels, Wald und Baum, seliger See, einzigem Meer, weicht aus, wenn unser tödlicher Blick sie sucht. Die Natur ist feig wie ein Hund, unfähig dem, der ihr nichts zubringt, zu geben, uneingedenk der Zeit, wo wir, als wir olympisch zu schweifen glaubten, sie wie eine reife Polle aus der Ewigkeitstunde schlürften.

Wir haben sie nicht erlebt, sondern in sie hinein gedacht, was wir wünschten. Mit den Leidenschaften, die sterben, erlischt auch ihr Gegenstand. Man ist in Einsamkeit.

Wir Armen.