Wenn wir nüchtern sind, sehen wir unsere Spiegel. Wir haben uns an uns selbst berauscht. Haben unsere Stimme mit Glanz, den nur jugendliche Kraft so schmerzlich und hallend verlieh, ohne Echo hinausgerufen. Wir haben die besten Stunden wegen Chimären verlitten. Als wir am schönsten glühten, waren wir in schweiniger Bitternis.

Wir haben in der Tat die Welt umschifft, um als Drecksäcke in die Hafen zu laufen. Ausgestreut haben wir, aber nichts eingenommen. Gegründet haben wir, die Bilanz ist bankerott.

Auf Sternpolen haben wir uns wie Dioskuren verschmolzen, aber liegen als Pack vor die Karren gekehrt. Das ist der Schluß. Man kommt nicht heraus aus der Einsamkeit.

Dann aber, Uga, stehen wir allein unter Gewittern, verödet, trostlos, preisgegeben, und der Fluch zerschlägt auch selbst hinter uns die Erinnerung unserer Fahrt, die manchmal doch an paradisische Landschaften kreuzte. Die Blitze sind nüchtern, wenn sie zerstören. Wo bist du? Wir sehen einander nicht mehr.

Wir Kleinmütigen. Wir Schlucker der Verzweiflung. Dieses Leben.

Wie herrlich muß es sein, daß auch seine besten Tugenden manchmal selbst den Kühnsten bezweifelbar scheinen.

Welches Glück, daß wir erkennen: Bestien sind wir. Belämmert, klein, Ausgespiene, verdammt von der Geburt auf. Wir haben als Helden uns maskiert, wenn wir als Hyänen uns fühlten. Wir haben uns Mächte angemaßt, die wir, nur gedrehte Figuren, nie besaßen. Haben uns empört, die wir zerbrechlicher sind wie Glas. Wir sind Arme und Trübselige, im Verbrechen befangen, nach Schmutz sehnsüchtig, Größe abgewandt mit Eifer, und selbst in unseren Instinkten unverzeihlich mißleitet.

Denn da beginnt erst unser Anfang, indem wir, ohne die Möglichkeit, tiefer zu fallen, unser Elend und unsere Wünsche vergleichend, die Sehnsucht nach der besseren Station wie alles Irdische in uns tragend, die Himmelfahrt jedes Aases antreten.

Je tiefer wir uns wissen und je geringer wir uns einschätzen, um so heller sind noch immer die Montgolfieren der Leidenschaft in unwahrscheinliche Möglichkeiten geschwebt.

Wir bekommen langsam die zwei Gesichter, von denen das eine erbleicht über unser Elend, während gleichzeitig schwärmerisch das andere in graziösen Minuten Glückshügel überschweift.