Denn wir sind kühn genug, das Nichts zu überschreiten und an die Tiefe unserer Erbärmlichkeit die Höhe unserer Leidenschaft anzuschließen, mutig genug, statt Sklaven uns zu Herren aufzuschwingen in den Spiralen des Ewigen, in die wir, seltsame Schicksals-Looping-the-loop-Fahrer, gehängt sind.
Wir haben kein Anrecht auf Glück.
Gut.
Erobern wir es.
Würden wir nicht gleich platten Fröschen manchmal zusammengeknallt auf die Tiefe unserer Erbärmlichkeit, wir fänden, Satte, Eitle, nicht die Kraft, die großen atemlosen Mondaufgänge immer wieder mit erregten Herzen zu erwarten, die ruhige Sonne über Tulpenbeeten zu genießen und über den Wäldern geheimnisvoll die wandernden Regenbogen zu suchen.
Seltsames Leben.
Wie niederschmetternd muß es im Grund sein, daß selbst die Kühnsten so sehr sich daran zu begeistern verstehen.
O wie erinnere ich mich der Sybilla Monti, die aus dem schmalen Hafen von Antibes mit der gleitenden Bewegung der südlichen Frau, die frische Syphilis im Körper, verkleidet als Schiffsjunge, gesucht von Polizisten, mit dem großen Segelschiff in das tödliche Schicksal fuhr . . . .
aber gereizt von der unwiederbringlichen Schönheit, mit der von den Seealpen her über Aloe, Orange und Lorbeer der Mond das Silberrot der Wellen wie Duft in sein Licht hinaufzog, die Arme in eine große Bewegung des Entzückens vor dem ersten Segel aufzuheben wagte — — — eh wir sie morgens mit den tierisch schönen nackten Oberschenkeln an den Strand getrieben sahen.
Wie ging da sterngleich jener Frühling der Erkenntnis am südlichen Meer meiner dumpferen Jugend auf: