Aus den Armen des Abtes stieg sie in die Ebene. Aus der letzten Ecke des Waldes hob sich das rote Segment der Sonne. Langsam wie zum Singen ging sie hinein in das von süßem Licht angerührte Land.

Im Laufe der Wochen erreichte sie streifend eines Mittags eine Stadt, die dunstig zwei Tage weit vor einer Hügelkette hinter dem Kloster lag.

Das gescharte Volk brach vor ihr auseinander. Sie stand vor dem Einzug eines Fürsten, der abgesprungen war und gerade auf einem Teppich stand, als sie vorüberzogen.

Der Fürst neigte sich weit zurück und hob die Hand über die Augen, gerührt vor der Schönheit des jungen Abtes. Er grüßte tief.

Sie blieb stehen und erbleichte. Sie stammelte ein wenig, dann aber legte sie rasch die Hand auf den Mund. Sie standen sich einen Augenblick gegenüber. Das weiche, milde Auge des Fürsten flackerte schwer auf ihrem Gesicht.

Rasch bog sie zur Seite, mit einem Lockruf ihre Leute sammelnd. Ihr Gesicht war ohne Stille.

Sie kehrten zurück und überstiegen die Hügel. Sie sah das Kloster vor sich wie am ersten Tage in einem pfaublauen Abend mit hellem Golde hineinwachsend. Wieder stieg Terrasse deutlich abgezirkelt in Terrasse zum Aufbau der gegürteten Pyramide, die mit Alleen beschattet, vom Kreis der Türme funkelnd umdreht, fast unerträglich gleißend stand.

Aber es war, als erreichte sie den Bau nicht an diesem Tag. Abendliche Lichter wiesen ihr deutlich das Bild. Doch sie erreichte keine Nähe, immer blieben die Türme wie Striche im Horizont. Und als sie die Füße beeilten, überspannten sie dennoch nicht den Raum, der zwischen ihnen lag.

Solange Helligkeit den Abend noch sichtbar füllte, gingen sie darauf zu, aber der Bau, der wundervoll leuchtete, ging immer vor ihnen her, bewegt von den Strahlen der Luft.

Verzweifelt liefen sie mit keuchender Lunge.