Dann zog der Befehl Wolkowskis ihn nach Ettal. Im Kloster mit der halb bäurischen, halb besten aristokratischen Jugend Bayerns, lernte er strengste, kirchlich geheizte Zucht mit dem vereinen, was an der Bergstraße seine Lehrer ihm als Ziel der Lebensidee an Freiheitsgefühl unausrottbar ins Blut gesetzt.

Wolkowski war tot, als er das Kloster verließ, ein Anwalt verwaltete ein ansehnliches Vermögen, das der Magnat seinem Bastard übermittelt.

Er ging nach Genf, München, Berlin, sah kurz Warschau und Petersburg und verbrachte seine Zeit in der üblichen Form seiner Gesellschaftsklasse. Ausschweifungen bestätigten ihm nur vom Kloster her Bekanntes in größerer Ungebundenheit, in die niemand mehr hineinsprach. Sonst war nichts Neues da, außer dem, was das Auge durch Vergleiche ablas.

Die Zeit begann dagegen, die auf sie Horchenden bereits zwischen ihre schon heftig mahlenden Mühlräder zu nehmen, und, zwischen fernen Gewittern und glatter Gegenwart, war ein Mann nur, wer sich entschied.

Durch ein Mädchen, das er mitnahm, kam ihm das niedere Schicksal in seinen Gesichtskreis, was man mit einer Handbewegung sonst abtat, was man nicht wissen und erlebt haben durfte, wenn man heiter weiter leben wollte und ihn begann das Dasein der anderen tieferen Schichten anzuziehen, jedoch nicht mehr als mit teilnehmender Neugier.

Mit glänzenden Beziehungen, reich, schlank und mit blonden Haaren über dunklen Augen, einen sportlich gewaltigen Rücken zwischen der slavischen Eleganz tierisch anmutiger Bewegungen auf schmalen Hüften schaukelnd, angesehen und nicht ohne ererbte Haltung, zog ihn alles eigentlich zu Erfolgen und Siegen seiner Schicht.

Aber eine dumpfe Erbschaft, die von der Mutter her sein Blut bewohnte, zwang ihn immer wieder, eifrig den Ausgleich abzutasten von seiner Klasse zu der, wo man fern demonstrierte, schuftete und stank.

Nach jedem Versuch aber, sich dort festzuklammern, flüchtete er zu neuen Geliebten. Es lockte ihn dunkel aber sofort wieder hinunter.

In Mons fuhr er in Manchesterhosen in die Braungruben, aß Speck, Brot, gröhlte und schnapste. Kräftig, braun, erfrischt, aber innerlich erschöpft kam er nach Köln ins Hotel.

In München arbeitete er im Wohlfahrtssekretariat, Fürsorge, Antituberkulose. Sein Lehrer Brentano zeichnete ihn im Seminar aus, wo er durch kühne Einfälle die besten volkswirtschaftlichen Florette führte.