Als Mitro Petrova, durch das Pech verfolgt, nicht beim Grafen Castiglione, jenem großen ungarischen Sportsmann, vorgelassen wurde, nahm er selbst, in Petrovas Maske und ausgefransten Hosen und ohne Kragen die kompromittierenden Briefe, erreichte, von Petrova gefolgt, in dem Hotel am Vendômeplatz drei Appartements, ging in das vierte, von der erblaßten Dienerschaft bestaunt, sah eine Frau im Peignoir halbnackt, aber mit deutlicher wunderbarer Schulter durch einen Vorhang verschwinden und hielt mit ruhiger Überlegenheit dem Grafen, einem breiten, nackenschweren Burschen mit rötlichem Bürstenschnurrbart die Papiere und die Situation vor und ließ ihn wählen.

Verwirrt griff der nach dem Schlüssel seines Schranks, um auszuzahlen, da stürzte Petrova auf die Papiere, warf sie dem Grafen vor die Füße, warf sich in den Teppich auf die Knie, verzichtete auf die Rente und erbat als Gegenleistung für die Papiere seine Geliebte für eine Nacht.

Der Graf riß die Papiere an sich, bekam durch diese Wendung Mut, spannte eine Pistole, und nur mit schrecklichen Sätzen gelangten die beiden ins Freie. Der Figaro brachte Castigliones Bericht durch seinen Interviewer, das Journal sein Bild, der Polizeipräsident setzte eine Belohnung auf die Erfassung der Attentäter.

Am folgenden Morgen machte Petrova Harri klar, daß er nichts, Harri alles zu verlieren habe, und daß er Geld brauche. Harri lachte und schlug ihm zweimal seine Handschuhe ums Gesicht. Nun tauchte aber Gallow wieder auf, eifersüchtig und gewandt versuchte er ebenfalls die Erpressung. Harri gab ihm eine Banknote. „Einmalig . . . . wie der Tod“, sagte er.

„Yes“ — Gallow.

Nach drei Tagen begann Gallow die Erpressung von einer anderen Seite. Harri suchte ihn durch einen Dritten, der zuhörte, zu fassen. Es gelang nicht. Als er ihm entgegnete, daß er, wie seinerzeit den Störzer am Waldrand bei Liskeard, ihm auf gleiche Weise Erpressung vor die Brust schießen werde, fragte Gallow kalt: „Wieso?“. In der Tat gab es gegen diesen eleganten und gefährlichen Halunken kein sicheres Material.

Das sagte Harri zu dem Grafen Shanvady, als er mit ihm vor dem Café d’Harcourt saß, und damit trat Shanvady in sein Leben, in das er tief wie niemand einschnitt.

Shanvady frug, ob er ihm das Arrangement überlasse, Harri nickte; Gallow verschwand.

Am gleichen Tag fuhr Harri ohne Shanvady mit Mirei nach Fontainebleau. Das Wasser hatte eine zauberhafte Durchdringung der Luft, die Parke standen hauchklar und leicht.

Sie erregten sich aus der Beschwingtheit des federhaften blauen Tags hinein in die Schönheit des, was sie umgab. Er zeigte ihr den Hof, wo Napoleon Abschied nahm vor Elba, und Sergeant Dubois durch einen Schrei die ganze Kompagnie zum Heulen brachte.