Sie packten.
Harri öffnete die Luken, ließ die Windsegel hinaus. Die Kuppel strahlte von Glas mit feuriger Steigerung. Die Straße unten lag noch voll Schatten.
Vom Auto, das sie rasch den Boulmich hinunter entführte, sahen sie zurück. Mit blauen, gelben, roten Ballonen und Segeln gehißt, vom Morgenwind immer wieder festlich gefüllt, schwamm die Kuppel ihnen weg in die Sonne.
Sie fuhren nach Holland.
Schon führte nicht mehr er, schon war in ihrer Heimat sie von keiner Überlegenheit. Mit gleichen Augen bereits sahen von Nordereiland sie Rotterdams Hafen, spürten die Viehherden über riesige Drehbrücken in dies Loch Europas strömen, fühlten die Vorstädte mit Reis, Tabak und Tee sich füllen wie eine gleichmäßige große Bewegung.
Mit gleich empfundener Melodie wie auf einer Spieluhr spulte vor ihnen in s’Gravenhaage im Hotel des Indes das Speisen und Sichbewegen der bevorzugten Sippen bei Flöten- und Geigenorchester sich ab, fiel abends die Gegengebärde der saftigen derben Leiber a Spuistraat dröhnend in dieselbe Kadenz.
Fiel allabendlich in Amsterdam ein andres Weib in die ölgefleckte Gracht, zog die Bluse kreischend aus und schüttelte den mächtigen Busen, so trugen sie mit dem gleichen Lächeln den Vorgang sich zu, ebenso wie wenn vor ihrem Blick hinter Zorgvliets Parks die Welt in Scheweningen mit Badeeifer den Strand erhellte.
Sie fiel auf durch die schlanke Lässigkeit ihrer selbst im geringsten rassigen Bewegung, er hatte selbst unter Amerikanern noch die beste Figur.
Der Abend ging vor ihnen von der Seeterrasse zurück und die Lichter der Seebrücke begleiteten ihn noch eine Weile, bis Gesang aus den Pinken aufscholl und mit glitzernden Fischnetzen der Lärm in den Hafen zurückkam. Sie sahen es abebbend mit der Ruhe, vollsaugend sich mit Leben, immer im gleichen Puls. Sie gewöhnten sich so aneinander, daß sie das gleiche schon empfanden, eh es in ihren Gesichtskreis trat.
Erotische Landschaft spürten sie, wenn sie die Dampfer und Fregatten meilenweit Spalier stehn sahen. Lust auf Kanälen zu fahren machte es ihnen bereits, übernachteten sie auf Mühlen, duschte der Gastherr sich nackt morgens im Garten. Wie unter Stichworten tröstete über dem Gestank des Judenviertels sie der goldene Staub.