Wieder erhob sie den Mund und pfiff. Es wurde immer klarer. Helligkeit überschwemmte fürstlich den Raum. Die Sonne kam in den Garten.

Sie machte einen Schritt, dann folgte der andere Fuß. Sie ging hinauf zum Turm.

Dann kam sie zurück, ihre Fesseln sicher setzend.

Im Garten sah sie vorübergehend den Prinz und den Abt. Andächtig sich beugend sagte der Prinz:

„Dennoch hast du dich vertieft.“

Der Abt saß, nicht aufstehend, lächelnd sagte er zurück: „Du bist jünger. Wie ich dein Alter hatte, da träumte ich, von Wachen und Hungern sehr vorbereitet, von einem Hügel aus. Ich sah Götter wie Bäume aus der Erde wachsen, unsichtbar dem wachenden Auge. Sie waren bald grün wie Laub, bald vom rotesten Gold. Ich habe nun das Unendliche wiedergesehen. Ich vergebe dir, aber du siehst es, wie ich mich erhöht.“

Sie schritt vorüber, rasch, keine Silbe drang mehr an ihr Ohr.

Sie sah nicht viel um sich. Blumen lockten sie wieder, gelbe überall ausgesät. Es war die Wiese, auf der sie zum erstenmal das Kloster sah.

Sie ließ sich nieder, träumend.

Dann nahm sie das gelbe Kleid der Mönche und schob es in eine Grabenrinne, in einem seidenen Kleid stand sie da wie früher, flocht Perlen in ihr Haar, das nur zu den Schultern reichte. Eine Strähne fiel zwischen den Brauen ihr in die Stirn.