Er hob sich auf, schnellend mit allen Sehnen. Lächelnd bog sie den Mund zur Seite. Sie sah das Fremde aufblitzen in seinen Augen, die grünlich aus dem Ring um die schwarze Pupille heraustraten. Sie roch seinen Körper, der duftete nach stürzendem Blut. Süß geschaukelt in der Gefahr seiner wilden Entfesselung reizte ihr Mund ihn, bis er als Kind an ihren Knien vergehend lag und sie, es schwer nur ertragend, den Mund hinüberbog an seinen und klein und schwach unter seinem von Leidenschaften überschwungenen Kopfe hing.
Ihr Lächeln, bald hingegeben im Vergehen, lenkte seinen Blick, der sie zerriß. Ihr erwachender Blick aus dem Taumel zog ihn zu sanften Worten, hinter denen, die Fesseln gespannt, das Raubtier stand.
Noch halb in der hellen, aber von Morgenscheinen dunkel versilberten Nacht trug er sie, mit der Kehle jauchzend, zu den Pferden.
Ihre Schatten fielen langsam auf die Erde, die fast rot war. Sie erreichten die Schiffe, die Gäule ritten Kopf an Kopf, kein Zoll fehlte.
Der Morgen legte die weitaufgebrochene Landschaft vor sie. Mit Licht ausgefüllt leuchtete sie still von allen Seiten in sich selbst. Wind packte keiner ihr Haar und Gesicht. Sie lächelte blaß und verzückt, die Ringe sanft unter die Augen gezogen.
Die Welt stand eine Kuppel über sie dünn und zart wie aus Glas.
Der Rhythmus des Fahrens wiegte sie gut. Die Sonne kam bis zu ihr herab und senkte sich zwischen ihre Brüste, mit mildem Licht von hier aus das Licht ergießend über die Welt, die sie sah und die sich um sie bewegte, in der sie tausendfältig in der großen Ruhe war.
Am Ufer parierte ein Pferd gegen Mittag, die Vorderbeine stiegen in die Luft, ein Zaum bog das Maul in die Höhe. Sein roter Bauch strahlte auf. Thengos Augen zogen sich zur Seite. Ein Schwimmer holte die Nachricht und hob sie in das Boot. Sie mußten sich trennen, es war nur auf Stunden. Dennoch erbleichte er. Rinys Blick sah ihn tief bewegt, doch sie blieb kühl. Sie gab ihm die Hand, der er tausendfach sein baldiges Wiederkommen versicherte. Sie sagte nichts, auf was er lauerte.
Ruhig, unbefangen nahm sie Abschied von ihm, dessen Gesicht sich grausam zusammenzog. Seine Augen bewegten sich nicht von ihr, solang als ihn sein kleines Boot zum Ufer fuhr.
Weiterfahrend verglitten die Dämme der Küsten in die Landschaft. Vom Ufer aus sah sie auf das Gelände, das im halben Bogen des Horizonts mit Mais gefüllt war, und auf der Tiere still dahingingen bis an den Rand.