„Zweck?“, rief er barsch, verzweifelt.

Ich war kühl und ruhig wie selten und freute mich eine Sekunde an der Klarheit und Harmonie, die mich zum erstenmal wieder erfüllte.

Ich ging bis an den Tisch und wies langsam mit dem Finger auf die Stelle, wo auf dem Passepartout in Berlin von einer gewissen Stelle gefertigt eine Passage stand. Drei Sekunden blieb es still.

Dann hoben sich seine Lider, er warf mir den Raubtierblick entgegen voll Haß, durchschaute wohl unser Spiel, war machtlos, murmelte: „Der Herr General ersucht.“ Ich trat durch eine Tür. Aber er empfing mich nicht, fuhr draußen im Auto ab.

Uns brachte man mit zwei Studentensoldaten im Auto nach Helsingfors.

Wir durften unser Schiff nicht nehmen, wurden eingeschifft, kamen bei schlechter See an den sieben Inseln Sweaborgs vorbei nach den Aalandschen Schären, hatten zwei Tage Gegenwind, kreuzten mit dem Lotsen von Ekerö zwei Tage an den Markzeigen entlang und waren am neunten Tag der Ausfahrt vor dem großen Stockholmer Hafen. Die Finnen ließen sich an den Schären aussetzen. Gunnaris schenkte mir einen Ring.

Ich schrie ihnen nach ins Boot noch einmal „Te—le—fon“ und deutete. Sie winkten, standen nickend am Ufer, sangen eine Weile, bis man sie nicht mehr sah. Gegen zehn Uhr ward die Ostsee golden. Der Hafen ein einziger Mövenschrei. Ich badete. An einem Kriegsschiff vorbei in den inneren Hafen, das leuchtende Eingeweide Stockholms.

Siv stand eine Stunde schon am Geländer, stahlschlank, nickte immerzu leise herüber. „War die Überfahrt gut?“

Ich spüre fast wie an der Haut ihres Gesichts, die sich langsam rosa färbt plötzlich, wie Finnland sich entfernt über dem Rudel der Schiffe. Selbst wie ich mich umdrehe und die Kielfahrt des Schiffes noch ölig und glänzend im Silberschaum sehe, hört alles auf, wo der Blick endet.

Wir drehen uns um, gehen Strandvägen hinauf.