Sie sah sie jeden Morgen das Kloster verlassen, hinaus zur Sammlung die Ebene betreten. Sie sah sie heimkehren, beladen am Abend. Bebend ging sie durch die Räume ihrer Andacht, die nie eine Frau betreten. Keiner hob das Auge nach ihr. Gelübde folgend in Gebeten sammelten sie ihre Seele, deren große zusammengefaßte Erhebung der Abt weitergab, Auge und Mund frei.

Aber ihr kam nie die Sehnsucht, die Terrassen zu verlassen. Ihr Blick lag ohne Lockung auf dem Horizont.

Monate hier lebend, änderte sich ihr Wesen um. Seinem Dasein, das dies alles in den Händen hielt, ganz und ohne Besinnung hingegeben, fraglos ausgeliefert, hatte sie nur Blick und Sinn für ihn. Stärker in jedem Schlaf erfuhr sie die Inbrunst, die er an sie hingab, dies ging über jeden Rausch, den sie erfahren.

Sie wohnte im Kreis die Türme herum. Wind kam ihr von allen Seiten. Sie kreiste um die Sonne, die täglich aus anderer Richtung auf sie traf. Im Wechsel der Monde sah sie andere Landschaft, andere Menschen, Feuer kamen und gingen an den Toren, die Krähen schwebten um andere ausgesetzte Beute. Ihr Blick nahm es ohne Teilnahme. Was sollte es ihr. Sie lebte nach innen, suchte den Abt und war glücklich, wenn sie ihn sah.

Nachts an seinem Herzen frug sie:

„Wenn jene mich sähen . . .“

„Sie tun es nicht.“

„Wenn jene mich sähen, würden sie mich erschlagen, . . .“

Er legte die Hand auf ihren Mund.

„. . . . . . . würden sie mich zerreißen aus Verzweiflung, über die Mauer werfen . .“